Buchrezensionen von  ...
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Eberhard Landes
Meine ganz privaten Literaturempfehlungen (Bücher, die ich einpacken werde, wenn ich reif bin für die Insel) sind:
"Bildung" von Dietrich Schwanitz (weil ich mich wohl auch dann noch wundern werde, was ich alles nicht weiß),
"Sturz ins Leere" von Joe Simpson (weil es so unbegreiflich ist, was Joe Simpson erlebt hat),
"Qi Gong" von  Kenneth Cohen (weil es so viele Geheimnisse in sich birgt),
"Allein auf den Everest" von Göran Kropp (weil er meine Hobbies Radfahren und Klettern "brutalst möglich" kombiniert hat),
"Narziß und Goldmund" von
Hermann Hesse (weil es mir von allen Klassikern das liebste Buch ist).
Und dann natürlich all die guten (... und zum Vergleich evtl. auch die nicht so guten) Bücher, die ich hier rezensiert habe.
Klicken Sie unten entweder auf  die verlinkten Namen der  Autoren oder auf die Links zu den Buchtiteln:

Belletristik

 

Sachbücher


Liste der

84
Autoren

 
Liste der
118
Titel

 
Liste der
34
Autoren

 
Liste der
35
Titel

Alanyali, Iris
Aramburo, Fernando


Bambaren, Sergio
Bettinger, Martin
Beigbeder, Frederic
Binding, Tim
Borger und Straub
Bourdouxhe
, Madeleine
Breloer, Heinrich
Bryson, Bill
Brown, Dan
Buhl, Marc

Carofiglio, Gianrico
Clark, Rosie M.
Coello, Paulo
Cross, Donna W.



Dusse, Karsten
Dische, Irene
Dörrie, Doris
Drokur, Bernhard

Dürrenmatt, Friedrich


Eggers, Dave
Eschbach, Andreas


Falk, Rita
Ferrera Catalina
Fitzek, Sebastian
French, Nicci
Fried, Amelie



Genzmer, Herbert
Gruber, Lilli



Hammesfahr, Petra
Hasselmann, D.O.
Helfgen, Heinz
Hesse, Hermann
Heidenreich, Elke
Hoffman, Jilliane
Houellebecq, Michel

Illies, Florian

Jaud, Tommy
Jensen, Carsten
Jonasson, Jonas
de Jong, Wilfried

Kehlmann, Daniel
Klüpfel, Volker
Klonovsky, Michael
Kobr, Michael
Krächan, Brigitte
Kuhlmann, Heinrich

Leon, Donna

Mann, Thomas
Mankell, Henning
Mayle, Peter
Mercier, Pascal
Metzenthin, Melanie
Meyerhoff, Joachim
Moore, Tim
Morgan, Marlo
Mosley, Walter
Münzer, Hanni



Rademacher,  Cay
Rath, Hans

Read, Oliver
Rech, Kerstin
Rosendorfer, Herbert
Roth, Philipp

Safier, David

Schätzing, Frank
Schauhoff, Frank

Schlink, Bernhard
Schreiber, Claudia
Schröder, Bernd

Seltmann, Ingeborg
Suter, Martin

Tschirnt, Christiane
Tuma, Thomas
Twilfer, Kai


Williams, John
Wagendorp, Bert
Wagner, Emma
Walser, Martin
Weiler, Jan



 Zafon, Carlos Ruiz
Zeh, Juli
Zweig, Stefan
  Absterbende Gemütlichkeit
Achtsam Morden
Alle Toten fliegen hoch - Amerika
Allmen und die Libellen
Alpenpässe und Anchovis
Anleitung zum Unschuldigsein
Antonio im Wunderland
Auf der Suche nach Marie

Belas Sünden
Beerholms Vorstellung
Breaking News
Bücher, Alles was man lesen muss

Cliffhanger
Cupido

Dampfnudelblues

Das Erbe
Das Gesetz der Lagune
Das Jesus Video
Das perfekte Spiel
Das Salzmädchen
Das selbstfahrende
Bett
Das sterbende Tier
Das weiße Segel
Das Wochenende

Der Alchimist
Der Circle
Der
Dämon und Fräulein Prym
Der letzte Weynfeldt
Der monderne Mann
Der
Verdacht
Der Schwarm
Der Teufel von Mailand
Der weiße Schmetterling
Der Zauberberg

Die Analphabetin, die rechnen konnte
Die blaue Reise
Die große
Umwendung
Die
Heimkehr 
Die dunkle Seite des Mondes
Die Liebhaber meiner Frau
Die Päpstin
Die rote Antilope
Die schwedischen Gummistiefel
Die
Therapie
Die
Schachnovelle
Die Vermessung der Welt
Die Zeit, die Zeit

drei sieben fünf

Ein Liebhaber ungerader Zahlen
Ein Mann und sein Rad
Ein Strand für meine Träume
Ein perfekter Freund
Emmas Glück
Encore  Provence
Erntedank

Flugangst7A

Großmama packt aus

Heute keine Schüsse
Höhenangst
Honigtot    
Horst allein zu Haus

Ich radle um die Welt
Illuminati
Im Gehege
Im Lautlosen
 In meinem kleinen Land

Kalte Rache

Land der Wunder
Lautlos
Lea
Leere Herzen
Letzte Etappe Mont Ventoux
Liebesfluchten

Mallorca, ein Jahr
Mehr Zeit mit Horst

Mein Jahr in der Provence
Mieses Karma
Milchgeld
Mörderischer Mistral
Monolog in Schwarz

Nachtzug nach Lissabon
Narziß und Goldmund
Neununddreissigneunzig
Nullzeit

Patria
Picknick mit Bären

Rasmussens letzte Reise
Rauhnacht

Rechtspfleger Grothjahn
Reise in die Nacht
Resturlaub
Ruhm

Sankt Martin
Schantall, tu ma die Omma winken
Seegrund
Small World 
Solange es Schmetterlinge gibt
Spanische Delikatessen
Spiel des Engels
Stoner
Streifzüge durch das Abendland

Tod eines Kritikers 
Traumreisende

Tyll

Überleben 
Und Gott sprach: Wir müssen reden
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch
Und Gott sprach: Du musst mir helfen
Und was wird aus mir
Unterleuten

Unterwerfung 

Ventoux
Verborgene Laster und andere
Geständnisse

Verschwiegene
Kanäle
Vollidiot

Wann wird es endlich wieder so
Weil ich von dir träumte
wie es nie war
Winterkartoffelknödel
 







Bryson, Bill
Berggruen, Heinz
Brumme, Christoph



Erat, Elena u. Materne, Peter


Durrell, Lawrence

Grönemeyer, Dietrich
Gottschalk, Thomas

Harrer, Heinrich 
Häusler, F. Richard

Iding, Doris

llies, Florian

Kerkeling, Hape
Klonvosky, Michael
Koldehoff, Stefan

Lorenzo, Giovanni di

Maso, Benjo




Penn, Robert
Plaum, Wätzold
Poser, Manfred

Rech, Kerstin
Reich-Ranicki, Marcel
Röhm, Uli



Scherer, Klaus
Schirrmacher, Frank
Schmidt, Helmut
Schmidt, Walter 
Sick, Bastian
Sieböck, Gregor
Steinbrück, Peer

Timm, Tobias

Voigt, Wilfried

Wickert, Ulrich
Winchester, Simon
 

111 Gründe, das Radfahren zu lieben

1913

Alles ist Yoga  
 Am Ende der Eiszeit

Das Methusalem-Komplott


Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 2-
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 3-
Der kleine Medicus
Der satirische Kreuzfahrt-Flüsterer
Der Weltenwanderer
Der Mann, der die Wörter liebte
Der Schweiß der Götter

Die Wiki-Revolution

Eine kurze Geschichte von fast allem

Falsche Bilder - Echtes Geld


Hauptweg und Nebenweg
Herbstblond

Ich bin dann mal weg
Ich lenke, also bin ich
In der Provence

Lebenswerte


Mein Leben (Reich-Ranicki)
Mein Leben (Harrer)

Praktische Personalführung 


Radfahren
Radsport furios
Radabenteuer Welt

Spektakuläre Kriminalfälle im Saarland

Tatort Autobahn

Verstehen Sie das, Herr Schmidt
Vom Glück auf zwei Rädern
Vom Glück Franzose zu sein


Zeit zu handeln
Zug um Zug



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Emma Wagner

Weil ich von dir träumte 

Erscheinungsdatum: 10.09.2019 ;   Rezensionsdatum: 25.03.2020

Verlag:   Tinte & Feder

Der Rezension zugrundeliegendes Format: Kindle;  ASIN: B07QDND1RH;  Seitenzahl als Druckausgabe: 488 Seiten 
Das Buch, das - ich weiß gar nicht mehr wie und wieso -  auf meinem Kindle-eBook gespeichert ist, startet mit der Schilderung eines Alptraums von einem Brand. Sodann beginnt der erste Handlungsstrang in New York, wo die Künstlerin Justine, nachdem sie auch einen Alptraum in der Nacht zuvor hatte, bei einer Vernissage, zu der sie von Ihrem Vater begleitet wird und wo sie vergeblich auf ihren Freund Dean wartet, von einem geheimnisvollen Raphael angesprochen wird. Ein bisschen zu viel für den Anfang?  Nun denn, ebenfalls noch im 1. Kapitel  springt die Autorin für den 2. Handlungsstrang zeitlich 30 Jahre zurück und räumlich von New York nach Korsika in die Küche von Oma Sofia, deren Tochter Maria und deren beiden Töchter Therese und Litizia, der Cristo, der ein uneheliches Kind ist und von Giorgio Bonaceri und dessen Frau Ludovica adoptiert wurde, einen Heiratsantrag macht und wo neben Therese, deren Verlobter gestorben ist,  auch noch ein Edmond eine Rolle spielt, der ein leibliches Kind von Cristos Zieheltern ist. Wuff !!
Ja, es ist in der Tat ein bisschen sehr viel für den Anfang! Aber wer anderer Meinung ist, sollte wissen, dass da  ja auch noch Commissaire Dubois ist, der Letizia nachts auflaufert und dass zum Zeitpunkt Litizias  größter Bedrängnis urplötzlich  Matteu
erscheint, dessen Onkel nach Amerika ausgewandert war und den Letizia liebt, obwohl sie sich doch gerade Cristo versprochen hat. Der Leser, der noch durchhält sei daran errinnert, dass wir noch immer im 1. von 9 Kapitel sind. Das 2. beginnt dann damit, dass Justine - wieder 30 Jahre später - sich mit dem ominösen Raphael in Korsika trifft und als dann auch noch dessen Verwandte - zunächst  in Form seines kleines Bruder Jaques -  ins Spiel kommen, wird es dem Rezensenten endgültig zu viel und die Lektüre wird - sorry, Frau Wagner - beendet, um sich wieder besserer Literatur zuzuwenden.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

        sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung




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Juli Zeh

Leere Herzen

Erscheinungsdatum: 13.11.2017 ;   Rezensionsdatum: 22.03.2020

Verlag:  Luchterhand 

Der Rezension zugrundeliegendes Format: Kindle;  ASIN: 3630875238 ;  Seitenzahl als Druckausgabe: 301 ;  ISBN  978-3630875231
Nach den hier ebenfalls rezensierten Büchern von Juli Zeh, dem - wie ich es bezeichnen möchte - Gesamtkunstwerk  "Unterleuten"  sowie  "Nullzeit" und "Schilf" ist "Leere Herzen" das vierte von mir gelesene Juli-Zeh-Buch.  
Die Autorin lässt es entspannt, fast familiär idyllisch angehen:  Da ist Britta mit ihrem Mann Richard und der 7jährigen Tochter Vera und da ist Janina mit ihrem Mann Knut und ihrer ebenfalls 7jährigen Tochter Cora. Die beiden Paare treffen sich zu einem gemeinsamen Abendessen und tauschen sich u.a. über ihre beruflichen Tätigkeiten und Pläne aus. Erste Zweifel an der Idylle kommen dem Leser, wenn er langsam erkennt, fast möchte man sagen "erkennen muß",  worauf das Geschäftsmodell der von Britta betriebenen psychotherapeutischen Praxis mit dem Firmenname "Die Brücke" beruht. Und es wird immer klarer: Leere Herzen ist ein Psychothriller!  
Der 2017 entstandene Roman spielt  in den Jahren 2025 - ca.2030, wie aus einzelnen Anmerkungen ("Merkel ist über siebzig") geschlussfolgert werden kann. Aus der heutigen AfD ist die BBB  ("Besorgte Bürger Bewegeung") geworden, die die Kanzlerin stellt; eine Frau Wagenknecht (!) ist Innenministerin. Und aktuelle politische Themen sind Frexit, freeflandern und katalonienfirst. Rechtsradikale erschlagen Migranten; Nordafrikaner erschlagen priviligierte Gymnasiasten; das bedingungslose Grundeinkommen wird von jungen Männern genutzt, ihre Zeit auf den Parkbänken zu verbingen;  in den Innenstädten werden gerade die letzten arabischen Lokale geschlossen und Negativzinsen sind normal. Soviel zum Umfeld.  
Die in der heutigen Zeit unvorstellbaren Methoden der Brücke mit Suizidgefährdeten, die von Brittas Partner Babak aus dem Darknet gefischt werden und das was Britta und Babak und ihre "Patientin" Julietta erleben und erleiden, tragen ebenfalls dazu bei, dass die Lektüre für Zartbesaitete immer weniger lesens-/ empfehlenswert wird; ganz anders für nicht so schwache Gemüter. Letzlich ein Apell von Frau Zeh an politikverdrossene NIchtwähler sich für
die Grundlagen und gegen die Gefährdungen der Demokratie einzusetzen, wie er heftiger kaum sein könnte, was auch schon im Vorwort  "Da. So seid ihr.“ zum Ausdruck kommt, aber natürlich erst nach der Lektüre verständlich wird.


 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

        sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung




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 Rosie M. Clark

 Das Salzmädchen

Erscheinungsdatum: 15.01.2019;   Rezensionsdatum: 10.03.2020

Verlag: Tinte & Feder

Format Kindle;  ASIN: B07GR5J2VV ;  Seitenzahl als Druckausgabe: 301 ;  ISBN 2919807293
Es ist die Geschichte von Ella. Eine junge Frau, die als Kind adoptiert wurde. Ihre Adoptivoma gibt ihr ganz  kurz vor ihrem Tod,  rätselhafte Hinweise auf  Ellas leibliche Mutter und auf Mallorca. Diese sind Anlass für Ella, auf die Baleareninsel zu reisen,  wo sie u.a. den Olivenbauer Miguel bei einem mysteriösen Zwischenfall auf einem Markt kennen lernt und in den sie sich anschließend verliebt. Über einen Ring, den sie schon lange trägt und dessen Bedeutung sie nicht kennt, baut sich - leider recht nur allmählich und insgesamt recht langsam - ein Spannungsbogen auf. Dieser steigt an, als sich herausstellt, dass es über das Symbol auf dem Ring eine  Verbindung zu  dem Vater von Miguels hübscher Freundin gibt. Aber bis dahin, bis zu diesem Punkt fordert die Autorin schon etwas Durchhaltvermögen vom Leser. Nach  erneut eher seichten, klischeehaften, stellenweise kitschigen Passagen nimmt das Buch gegen Ende wieder Fahrt auf. Die Geschichte ist verträumt, romantisch, emotionsgeladen und stellenweise schön zu lesen; dennoch muss ich  resümieren, dass es bessere Bücher im Genre gibt.
Insbesondere  wer sich etwas mehr Lokalkolorit, Informationen über Landschaft, Orte und Gebräuche auf Mallorca wünscht,  sollte besser zu dem hier ebenfalls rezensierte Buch von Heinrich Breloer und Frank Schauhoff mit dem Titel "Mallorca , ein Jahr " greifen.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

        sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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 Giovanni di Lorenzo

 Verstehen Sie das, Herr Schmidt 

Erscheinungsdatum: 2012 ;   Rezensionsdatum: 10.03.2020

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl:  263 Seiten  

Giovanni di Lorenzo ist Journalist, Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit", Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegels, Moderator der Talkshow "3 nach 9" bei Radio Bremen und Autor! Bis ins Jahr 2009 veröffentlichte das Zeit-Magazin seine Reihe „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ und das Buch darüber war ein Bestseller. Die 22 Gespräche umfassende Fortsetzung hiervon ist „Verstehen Sie das, Herr Schmidt?“ und  dieser Herr Schmidt, von 1974 bis 1982 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, wird in diesem Buch aus dem Jahr 2012 seinem Ruf als elder statesman mehr als gerecht. 
Obwohl das Buch weniger als 10 Jahre alt ist, denkt man „Wie doch die Zeit vergeht!“, wenn man heute über Waldsterben, Abwrackprämie, die Minister Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg und Philipp Rösler usw. liest. Wenngleich es aus heutiger Sicht somit natürlich politische Literatur gibt, die - weil aktueller - es eher lohnt zu lesen, so bleibt dieses Büchlein dennoch lesenswert.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

        sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung




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 Heinrich Breloer u. Frank Schauhoff

 Mallorca, ein Jahr

Erscheinungsdatum: 1995 ;   Rezensionsdatum: 01.02.2020

Verlag:  Kiepenheuer&Witsch;  Seitenzahl: 320 ;  ISBN 13: 978-462-30936-2
Aus Anlass eines bevorstehenden Mallorca-Aufenthalts griff ich wieder zu diesem Buch, das schon so lange im Regal steht. Auch das verschwommene Aquarell auf dem Einband machte mir Lust, das Buch wieder zu lesen.
Es handelt von einem Fernsehjournalisten, Michael Weidling, der anl. eines Interviews mit Kanzler Kohl in der Bonner Zeit unserer Republik plötzlich einen Blackout erleidet und infolgedessen keinen vernünftigen Satz mehr zustande bringt. Dies zeigt ihm, dass er eine Auszeit benötigt. Die nimmt er sich, indem er Mallorca bucht und zwar von Oktober bis Oktober, also für ein Jahr.
Zunächst im Haus von Bekannten im Norden (er muss begreifen, dass Lluc Alcari nicht Llucmajor ist), lernt er insbesondere mit Toni und Tomeu schnell Einheimische kennen, die zu Freunden werden. Sie bringen ihm die Teile der Insel, die nicht jeder Tourist kennt, näher; also das Landesinnere und die Menschen, die dort leben. Es geht auch viel um Sitten und Gebräuche, ums Essen und auch um die mallorquinische Sprache. Nachdem Michael den Sommer in einem Häuschen am Meer im Süden (Ses Covetes)  verbracht hat, gelingt es ihm sogar,  ein  Haus in der Nähe von  Randa  zu kaufen, es zu renovieren und sein Glück wird vollkommen, als sich auch die von ihm angehimmelte Mar zu ihm bekennt. Nach einem Jahr kehrt er - mit dem Wissen, dass er vom Rheinland in 3 Stunden in seinem neuen Refugium sein kann - zurück in den Beruf. 
Fazit:  ein machmal zwar etwas kitschiges und  klischeehaftes  Buch mit meist idealisierten Handlungsabläufen; aber manchmal  auch ein informatives Buch, das nett und kurzweilig zu lesen ist und evtl.  Anregungen für eigene Ausflüge/Radtouren enthält. Und ein bisschen Spanisch lernt man auch noch dabei. Mann sollte aber auch stets bedenken, dass das Buch nunmehr bereits 25 Jahre alt ist.
Meine geteilte Bewertung: lohnt sich bedingt zu lesen. Nämlich speziell vor oder während eines Aufenthaltes auf der Insel, um noch etwas von der Atmosphäre zu erleben bevor Mallorca "zum 17. Bundesland" wurde.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich bedingt

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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Christoph Brumme

  111 Gründe, das Radfahren zu lieben


 Erscheinungsdatum: 01.05.2014  ;   Rezensionsdatum: 16.01.2020

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf ;  Seitenzahl: 277  ;  ISBN 13: 978-3862653607 

Um es ausnahmsweise mal vorweg zu nehmen: Freunde klassischer Literatur übers Radfahren, wozu die hier rezensierten Bücher ... zu zählen sind, sowie fesselnder Radreiseberichte, wofür die hier ebenfalls rezensierten  ...
besonders hervorzuhebende Werke darstellen, werden sich mit diesem Buch und dem Schreibstil des Autors und Ukrainekenners schwer tun und in der Folge von dem Buch enttäuscht sein.  

Die Gründe liegen darin, dass der Autor häufig etwas verwirrt daherkommt und es zuweilen danach aussieht, dass er zusammenhanglos und ohne roten Faden was runterschreibt. Auf Etappe 4, Seite 70/71, lässt er  z.B. unter der Überschrift / dem Grund 23 "Weil man als Radfahrer die wahren Feinde erkennt" (!) seinen Frust über sein Jobcenter raus.

Dann sind da die vielen Textpassagen, die wohl noch aus dem Philosophiestudium des Autors stammen und die er nach Lust und Laune als Füllsel gebraucht. Sowas erwartet der am Radfahren, an Radreisen interessierte Leser nicht und braucht er nicht.  Die Gründe 27 und 88 sind nur 2 Beispiele von vielen hierfür. Die Ausführungen über Anthropologie, Carlos Castaneda, Dostojewski und Borderline auf Seite 219 kann der geneigte Leser vermutlich auch nach 3-maligem Lesen dem Kontext nicht zuordnen.  

Zuweilen kommt man nicht umhin, zu vermuten, dass der Autor nicht nur beim Radfahren sondern auch beim anschließenden Schreiben zu viel Marihuana genascht und/oder zu viel an der Wodkaflasche genuggelt hat. Quelle für Erstere Vermutung: Grund 78 auf Seite 196. Quelle für zweite Vermutung: Zahlreiche im Buch. Grund 92 ab Seite 227 wird hier nur als ein Beispiel solcher Kapitel genannt.

Negativ ist auch anzumerken, dass Brumme davon erzählt, dass er viel fotografiert habe und dass er sich habe fotografieren lassen, aber keines dieser Fotos in dem Buch abgebildet ist. Die Fotos hingegen, die in dem Buch enthalten sind, sind mehr oder weniger nichtssagend, ohne Bezug zu der jeweiligen Etappe und den durchaus anerkennenswerten 6 Fahrten von Berlin an die Wolga, die dem Buch zugrunde liegen. Das mag ja Verlagsvorgaben o.ä. - und damit nicht dem Autor - geschuldet sein; mich hat`s gestört und zu meiner Gesamtbewertung beigetragen.
Apropos Verlag: Im Vorwort führt C. Brumme aus, dass das Buch auch den Titel tragen könnte "Wie ich ein glücklicher Mensch wurde": Ich kann ihm nur zustimmen; das hätte in der Tat besser gepasst.

Um noch einen positiven Touch einzubringen: Vielleicht hat man mehr davon,  das Buch nicht wie einen belletristischen Roman an einem Stück zu lesen, sondern sich stattdessen täglich einen Grund einer Etappe herauszupicken. Auch wenn man dann 111 Tage braucht. Dann kann es als "philosophischer Denkanstoßgeber" durchgehen und dann kann der eine oder andere Gedanke des Autors möglicherweise beim Leser seine Wirkung entfalten (Daher hier auch der Rubrik Sachbuch zugeordnet).
Dennoch kommt das Buch über eine Einstufung "Es gibt besseres" (ergänzend ist hinzuzufügen: speziell im Genre Radreiseberichte - siehe oben)" nicht hinaus.
 

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

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Hans Rath

  Und Gott sprach: Du musst mir helfen


Band 3 der Jakob Jakobi Trilogie ; Erscheinungsdatum: 21.10.16  ;   Rezensionsdatum: 30.12.19

Verlag: Rowohlt Taschenbuch ;  Seitenzahl: 288  ;  ISBN 13: 978-3499271427

Nach Band 1 „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ und Band 2 „Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!“ ist auch Band 3 der Jakob-Jakobi-Trilogie von Hans Rath mit dem Titel „Und Gott sprach: Du musst mir helfen!“ sehr kurzweilig und mit vielen amüsanten Dialogen gespickt.
Der Erzählstrang schließt zunächst an Band 1 an und führt im Verlauf u.a. dazu, dass Gott glaubt, wer sich in Band 2 so erfolgreich dem Teufel widersetzt hat, habe das Zeug zu einem neuen Messias. Sie merken: Natürlich geht es auch in diesem Band der Trilogie wieder höchst skurril zu. Um nur  3 von vielen Szenen zu skizzieren, z.B. wenn ...
  • Jakob Jakobi mit Logik und Rhetorik gespickte Unterhaltungen im Ganovenmilieu führt; selbst Skinheads, die ihn mit Messern bedrohen, erfolgreich „philosophisch-juristisch-psychologische“ Vorträge hält oder 
  • überrascht ist, dass der Teufel an seiner Wohnungstür klingelt während er gerade mit Gott telefoniert oder 
  • mit einem syrischen Flüchtling über dessen Sprachkompetenzniveau C1 im Vergleich zu C2 spricht, nachdem ihm selbst gerade die Schneidezähne ausgeschlagen wurden. 
Wessen Begeisterung für das Phantastische hierfür nicht ausreicht, der sollte halt zu einer anderen Art Buch greifen. Wer aber erkennt, dass zwischen all dem Ulk und Schabernack und all der Ironie ganz oft Lebensweisheit, Hintersinn und Tiefgang stecken (sei es zu den Themen Tierschutz, Migrantenintegration, Veganismus, Seelsorge, soziale Schichtung in unserer Gesellschaft u.a.m.), der wird das Buch nach der Lektüre mit einem Schmunzeln ins Regal stellen und darauf hoffen, dass Hans Rath möglicherweise gerade über Band IV der Jakob-Jakobi-Reihe mit dem Titel „Und Gott sprach: …“ brütet. Denn besonders lobenswert ist, dass in dieser Reihe das Niveau nicht – wie das bei Fortsetzungen leider so oft der Fall ist – von Band zu Band abfällt.
Und last but not least ist anzumerken, dass die Idee des Autors (pardon: die Idee Gottes, oder war es Abel Baumann?), die 10 Gebote auf ein neues Gebot „Du sollst nicht gleichgültig sein“ zu verdichten, jeden Lesern ansprechen sollte. Ich persönlich kann mir dieses Gebot z.B. auch als Kernaussage einer Predigt von der Kanzel einer katholischen Kirche recht gut vorstellen.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung