Buchrezensionen von  ...
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Eberhard Landes
Meine ganz privaten Literaturempfehlungen (Bücher, die ich einpacken werde, wenn ich reif bin für die Insel) sind:
"Bildung" von Dietrich Schwanitz (weil ich mich wohl auch dann noch wundern werde, was ich alles nicht weiß),
"Sturz ins Leere" von Joe Simpson (weil es so unbegreiflich ist, was Joe Simpson erlebt hat),
"Qi Gong" von  Kenneth Cohen (weil es so viele Geheimnisse in sich birgt),
"Allein auf den Everest" von Göran Kropp (weil er meine Hobbies Radfahren und Klettern "brutalst möglich" kombiniert hat),
"Narziß und Goldmund" von
Hermann Hesse (weil es mir von allen Klassikern das liebste Buch ist).
Und dann natürlich all die guten Bücher, die ich hier rezensiert habe.
Klicken Sie unten entweder auf  die verlinkten Namen der  Autoren oder auf die Links zu den Buchtiteln:

Belletristik

 

Sachbücher


Liste der

119
Autoren

 
Liste der
165
Titel

 
Liste der
49
Autoren

 
Liste der
54
Titel

Alanyali, Iris
Aramburo, Fernando


Bambaren, Sergio

Bannalec, Jean-Luc

Benedikt, Caren
Bettinger, Martin
Beigbeder, Frederic
Binding, Tim
Bittrich, Dietmar
Blickensdörfer, Hans


Borger und Straub 
Borrmann, Mechthild

Bourdouxhe, Madeleine
Breloer, Heinrich

Bryson, Bill
Brown, Dan
Buhl, Marc

Carofiglio, Gianrico
Chevalier, Tracy
Clark, Rosie M.
Coello, Paulo
Cross, Donna W.


de Carlo, Andrea
Dische, Irene
Donovan, Gerard
Döring, Oliver
Dörrie, Doris
Drokur, Bernhard

Dürrenmatt, Friedrich
Dusse, Karsten

Eggers, Dave
Evans, Nicholas 
Eschbach, Andreas
Eyssen, Remy


Falk, Rita
Ferrera Catalina
Fitzek, Sebastian
Fleischhauer, Wolfram
French, Nicci
Fried, Amelie



Genzmer, Herbert
Goddard, Robert
Gruber, Lilli



Hannah, Kristin
Hammesfahr, Petra
Hasselmann, D.O.
Helfgen, Heinz
Henn, Carsten
Hermes, Gabriel
Hesse, Hermann
Heidenreich, Elke
Hillenbrand, Tom
Hoffman, Jilliane
Hosseini, Khalid
Houellebecq, Michel

Illies, Florian
Imbsweiler, Markus

Jaud, Tommy
Jensen, Carsten
Jonasson, Jonas
de Jong, Wilfried

Kalisa, Karin
Kehlmann, Daniel
Kling, Marc-Uwe
Klüpfel, Volker
Kloeble, Christopher
Klonovsky, Michael
Kobr, Michael
Krächan, Brigitte
Kuhn, Greta
Kuhlmann, Heinrich


Leon, Donna

Maccallini, Bruno
Mann, Thomas
Mankell, Henning
Mayle, Peter

McCreight, Kimberly
McFadden, Freida

Merburg, Marie
Mercier, Pascal

Metzenthin, Melanie
Meyerhoff, Joachim
Moore, Tim
Morgan, Marlo
Mosley, Walter
Münzer, Hanni



Noll, Ingrid

Rademacher,  Cay
Rath, Hans

Read, Oliver
Rech, Kerstin
Rosendorfer, Herbert
Rossmann, Eva

Roth, Philipp

Safier, David

Schäfer, Andreas
Schätzing
, Frank
Schauhoff, Frank

Schirrach, von, Ferdinand
Schlink, Bernhard
Schreiber, Claudia
Schröder, Bernd

Seltmann, Ingeborg
Speidel, Jutta
Suter, Martin


Tuma, Thomas
Twilfer, Kai

Vesper, Elke

Williams, John
Wagendorp, Bert
Wagner, Emma
Walser, Martin
Weiler, Jan
Wollitzer, Mag



 Zafon, Carlos Ruiz
Zeh, Juli
Zweig, Stefan
  Absterbende Gemütlichkeit
Achtsam Morden
Adler und Engel
Alle Toten fliegen hoch - Amerika
Allmen und die Libellen
Alpenpässe und Anchovis
Anleitung zum Unglücklichsein
Antonio im Wunderland
Auf der Suche nach Marie

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Belas Sünden
Beerholms Vorstellung
Bergsalz
Breaking News
Bretonische Geheimnisse

Cliffhanger
Cupido

Dampfnudelblues

Das Erbe
Das Gartenzimmer
Das Gesetz der Lagune
Das Grand Hotel
Das
Jesus Video
Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Das Museum der Welt
Das perfekte Spiel

Das Salzmädchen
Das selbstfahrende
Bett
Das sterbende Tier
Das weiße Segel
Das Wochenende

Der Alchimist
Der Buchspazierer
Der Circle
Der
Dämon und Fräulein Prym
Der Geiger
Der Jogger
Der letzte Weynfeldt
Der Koch
Der moderne Mann
Der Pferdeflüsterer
Der
Verdacht
Der Ramses-Code
Der
Schwarm

Der Teufel von Mailand
Der weiße Schmetterling
Der Zauberberg

Die Analphabetin, die rechnen konnte
Die blaue Reise 

Die dunkle Seite des Mondes
Die Ehefrau
Die Erfindung des Lächelns
Die große Umwendung
Die Frau mit den Regenhänden
Die Heimkehr
Die Höllenfahrt der Acheron
Die Liebhaber meiner Frau
Die Nachtigall
Die Päpstin
Die rote Antilope
Die schwedischen Gummistiefel
Die Therapie
Die Schachnovelle
Die Schatten der Toten
Die Stimmlosen
Die Vermessung der Welt

Die Zeit, die Zeit

Drachenläufer

drei sieben fünf

Ein Liebhaber ungerader Zahlen
Ein Mann und sein Rad
Ein Strand für meine Träume
Ein perfekter Freund
Eine perfekte Ehe
Emmas Glück
Encore  Provence
Erntedank

Fatal Tango
Flugangst7A
Freudsche Verbrechen

Großmama packt aus

Heidelberg auf die kriminelle Tour
Heute keine Schüsse
Höhenangst
Honigtot    
Horst allein zu Haus

Ich radle um die Welt
Ich trampe zum Nordpol
Illuminati
Im Gehege
Im Lautlosen
 In meinem kleinen Land

Kalte Rache

Land der Wunder
Lautlos
Lea
Leere Herzen
Letzte Etappe Mont Ventoux
Liebesfluchten
Lila, Lila

Mallorca, ein Jahr
Mehr Zeit mit Horst

Mein Jahr in der Provence
Mieses Karma
Milchgeld
Millionär
Mit Horst im Glück
Mörderischer Mistral
Monolog in Schwarz
Müssen wir da auch noch hin?

Nachmittage
Nachtzug nach Lissabon
Narziß und Goldmund
Neujahr
Neununddreissigneunzig
Nullzeit

Patria
Picknick mit Bären

Qualityland

Rasmussens letzte Reise
Rauhnacht

Rechtspfleger Grothjahn
Reise in die Nacht
Resturlaub
Ruhm

Saarland Connection
Salz im Kaffee
Sankt Martin
Schafland
Schantall, tu ma die Omma winken
Schreckliche Maria
Selige Witwen
Seegrund
Small World 
Solange es Schmetterlinge gibt
Spanische Delikatessen
Spiel des Engels
Stoner
Streifzüge durch das Abendland

The Housemaid
The Housemaids Secret
The Teacher
The Housemaid is watching you

Tödlicher Lavendel
Tod eines Kritikers 
Traumreisende

Tyll

Überleben 
Über Menschen
Und Gott sprach: Wir müssen reden
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch
Und Gott sprach: Du musst mir helfen
Und was wird aus mir
Unterleuten

Unterwerfung 

Ventoux
Verborgene Laster und andere
Geständnisse

Verschwiegene
Kanäle
Vollidiot

Wann wird es endlich wieder so
Weil ich von dir träumte
Wellenglitzern
Wenn der Wind dreht
wie es nie war
Winter in Maine
Winterkartoffelknödel
Wir haben gar kein Auto
... 







Bryson, Bill
Berggruen, Heinz
Brumme, Christoph



Erat, Elena u. Materne, Peter


Durrell, Lawrence

Grönemeyer, Dietrich
Gottschalk, Thomas
Gigerenzer, Gerd

Harrer, Heinrich 
Häusler, F. Richard

Iding, Doris 

llies, Florian

Kelle, Birgit
Keller, Kurt
Kemfert, Claudia
Kerkeling, Hape
Klonvosky, Michael
Koldehoff, Stefan

Lankers, Katharina
Lorenzo, Giovanni di

Magro, Jean-Marie

Martin, Guillaume
Maso, Benjo
Moshammer, Meike




Penn, Robert
Plaum, Wätzold
Plickert, Philip (Hrsg.)
Poser, Manfred
Precht, Richard-David
Prüter, Dirk

Rech, Kerstin
Reich-Ranicki, Marcel
Richards, Oly
Röhm, Uli



Scherer, Klaus
Schirrmacher, Frank
Schmidt, Helmut
Schmidt, Walter 
Sick, Bastian
Sieböck, Gregor
Steinbrück, Peer

Timm, Tobias

Tschirnt, Christiane

Voigt, Wilfried

Wickert, Ulrich
Winchester, Simon

Yiwu, Liao


 

-

100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern

111 Gründe, das Radfahren zu lieben

1913

Alles ist Yoga  
 Am Ende der Eiszeit
Auszeit in Wanderstiefeln




Bis alles in Scherben fällt
Bücher, Alles was man lesen muss

Das Methusalem-Komplott


Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 2-
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 3-
Der kleine Medicus
Der Mann, der die Wörter liebte
Der satirische Kreuzfahrt-Flüsterer
Der Schweiß der Götter

Der Weltenwanderer

Die Wiki-Revolution

Eine kurze Geschichte von fast allem

Falsche Bilder - Echtes Geld



Gendergaga


Hauptweg und Nebenweg
Herbstblond
Herbstbunt

Ich bin dann mal weg
Ich lenke, also bin ich
In der Provence

Klick
Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

Lebenswerte

Liebe in Zeiten des Hasses


Mein Leben (Reich-Ranicki)
Mein Leben (Harrer)
Merkel

Praktische Personalführung 



Radfahren
Radsport furios
Radabenteuer Welt
Radatouille

Schockwellen
Schritt für Schritt zur eigenen Mitte

Short Stories in English
Short Stories in English for Intermediate Readers

Sokrates auf dem Rennrad

Spektakuläre Kriminalfälle im Saarland

Tatort Autobahn



Urlaub mal anders



Verstehen Sie das, Herr Schmidt
Vom Glück auf zwei Rädern
Vom Glück Franzose zu sein


Wuhan



Zeit zu handeln
Zug um Zug




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 Jean-Marie Magro
Radatouille

Format: Taschenbuch ;  Seitenzahl: 383  ; Erscheinungsdatum: 17.04.2025

 ISBN13:  
978-3-423-35249-9 

Rezensionsdatum: 08.09.2025
Verlag:  
dtv

Wenn man sich als Radsportfan dieses Buch kauft oder - wie das bei mir der Fall war - dieses Buch geschenkt bekommt, mag man zunächst deshalb etwas enttäuscht sein, weil es darin sehr viel um die Geschichte Frankreichs, um die Kultur Frankreichs, die französischen Landschaften und in hohem Maß auch um die französische Politik geht; und das Thema Radfahren dabei etwas zu kurz kommt. Mit fortschreitender Lesedauer merkt man jedoch, wie interessant auch die o.a. Themen abgehandelt werden und wie vielfältig das Buch dadurch wird. Sei es die Beschreibung der Herstellung von Cognacs (97 % gehen ins Ausland, über 165 Millionen Flaschen, Wert 3 Milliarden Euro, 60 000 Arbeitsplätze) oder sei es die Liebe der Franzosen zu BDs (Comiczeichnungen) oder sei es das Abwandern der Industrie, besonders der Automobilhersteller (2005 wurden noch 3,5 Millionen neue Autos in Frankreich gebaut, 2025 nur noch rd. 1 Million), um nur 3 von vielen Beispielen zu nennen.
Der Autor schreibt auch viel und stimmungsvoll über sich, über seine Kindheit und seine Familie und deren Traditionen.
Beim Lesen wird der Wunsch nach einer illustrierten Version des Textes größer. Einen Schritt dahin haben der Autor und der Verlag mit den Bildern auf den Innenseiten des Covers gemacht. Eine Landkarte mit all den vielen Orten, Regionen und Departements wäre eine sinnvolle Ergänzung.
Dass der Autor kein wirklich umfänglich kenntnisreicher Rennradfahrer ist, wird deutlich, wenn er immer mal wieder übers Zwicken in den Waden klagt und mehr noch, wenn er sich auf Seite 200 darüber freut, dass man sein Rennrad mit einem Hochdruckreiniger (!) säubert.
Das meiner Meinung nach Highlight schlechthin, wenn es ums Radfahren in Frankreich geht, der 1909 m hohe Gigant der Provence, der Mont Ventoux, den hat sich der Autor für seine letzte, für die 21. Etappe, aufgehoben. Was er dort schreibt, stimmt mich - trotz meiner o.a. Kritikpunkte - versöhnlich mit ihm und seinem Werk.
Zuweilen erinnerte mich dieses Buch an das von mir ebenfalls rezensierte Buch „Sokrates auf dem Rennrad“ von Guillaume Martin.  Wenngleich ich sagen muss „Wenn Lesen bildet, so tut das Lesen dieses Buches dies in höherem Maße“. Und dennoch: An das Werk von Benjo Maso "Der Schweiß der Götter" oder an "Ein Mann und sein Rad" von Wilfried de Jong oder an Michael Klonovskys Buch "Radfahren"  reicht „Radatouille“ von Jean-Marie Magro nicht heran.

ein Muss sehr lesenswert  lohnt sich
(weil es mehr ist als ein Buch übers Radfahren)
es gibt Besseres
(für alle die Radfahr-Literatur bevorzugen)
Zeitverschwendung
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 Hans Blickensdörfer
Salz im Kaffee
Format: Gebundenes Buch ;  Seitenzahl: 383  ; Erscheinungsdatum:  1.1.1980

 ISBN13:  978-3795105778

Rezensionsdatum: 31.7.25
Verlag:  
Schneekluth
Sehr bildhaft und eindrucksvoll beschreibt der (leider bereits 1997 verstorbene) Autor die Szenen rund um die Tour de France: Die Streckenführung, die Tricks und Taktiken der Teams, die Rollenverteilungen und Hierarchien innerhalb dieser, die Landschaften, die vielen Leute drumherum, das unvermeidbare Thema Doping, die Grenzen der körperlichen Leistungskraft, der Ruhm, der dem Etappensieger insbesondere auf dem Mont Ventoux und natürlich dem Gesamtsieger der Tour gebührt. All das spielt eine Rolle in diesem Buch und wird vom Autor sehr gut verpackt und eindrucksvoll dargestellt.
Im Mittelpunkt steht der deutsche Fahrer Ernst Budzinsky, genannt Bud. Weitere Hauptakteure in Hans Blickensdörfers 1980 erschienenem Buch sind u.a. der Journalist Max Kollmann, zugleich so etwa wie Buds väterlicher Freund, dann Buds Arzt Dr. Lindner (und dessen Frau Kaj) und Buds Hauptkonkurrent, der Italiener Antonelli sowie der Chef des Teams, für das Bud fährt, der raubeinige Mercier.
Die zuweilen etwas antiquiert anmutenden Sätze sind der Tatsache geschuldet, dass das Buch vor 45 Jahren geschrieben wurde und sie trüben allenfalls gelegentlich den Lesegenuss, weil dann doch zur sehr aus der Zeit gefallen. So z.B. auf S. 254 oben: „Federleicht wurde ihm die Atmung, und wie ein warmer Rückenwind umschmeichelte ihn die sich vom bewundernden Raunen zum Beifallsorkan steigernde Begeisterung des Publikums“. Das ist etwas too much“ und mag kurzzeitig die Lesefreude trüben.
Kleinen Punktabzug gibt es meinerseits noch, weil ich auf die Sexszene mit der Frau des sich treu und pflichtbewusst um Bud kümmernden Arztes Dr. Linder gerne verzichtet hätte. Aber damit genug der negativen Bewertung; von allem Anderen bin ich total begeistert.
Ab ca. Seite 280 Kap. 13 ändert sich die Szenerie. Es ist nun nicht mehr Frankreich, die Tour de France, der Ventoux, der Tourmalet usw., die im Mittelpunkt stehen, sondern es sind die zur Zeit der Entstehung des Buches noch so beliebten 6 Tage-Rennen. In Hallen, u.a. in Dortmund, im endlosen im Kreis Fahren, in schrecklicher Luft und es ist die Hochzeit des Dopings. Und alles was Kollmann an dieser Entwicklung, an diesem Szenario so kritikwürdig findet und was er an negativen Auswirkungen für Bud befürchtet, was dazu führt, dass sein Kaffee salzig schmeckt (!), wird sich bewahrheiten.
Insgesamt gesehen, lautet mein Urteil: Ein phantastisches Buch! Besonders für Radsportfreunde und noch begeisternder zu Lesen für alle Radfahrer, die den Mont Ventoux bezwungen haben.
Dieses Buch zu lesen, das ruft bei diesem Personenkreis so viele Eindrücke in Erinnerung, dass man ganz begeistert ist. Für Leser, die dem Radsport nicht so verhaftet sind und mit der Tour nichts Anderes als Doping assoziieren, wird dennoch auch genug Lesenswertes geboten.
Fazit: meine Bewertung muss somit 2-geteilt ausfallen: für Radsportfans, für Rennradfahrer, für Freunde der Tour de France ein absolutes Muss; für alle anderen gilt, dass sie dem Buch wohl eher weniger abgewinnen können.
Für Radsportfans, für Rennradfahrer,
für Freunde der Tour de France
ein Muss
sehr lesenswert  lohnt sich
es gibt Besseres
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 Jutta Speidel und Bruno Maccallini
Wir haben gar kein Auto... Mit dem Rad über die Alpen
Format: Taschenbuch ;  Seitenzahl:  256 ; Erscheinungsdatum:  14.10.2009
  Rezensionsdatum: 6.7.2025 
Verlag:  
ullstein
Unterhaltsame leichte und insbesondere für jeden, der die Tour von München nach Meran mal nachfahren will zudem informative Lektüre. Ist man selbst begeisterter Radfahrer und hat man schon mal eine Alpenüberquerung mit dem Rad gemacht findet man sich an vielen Stellen des Buches wieder und Erinnerungen an Orte und Gegebenheiten werden wach.
Gelungenes stilistisches Moment: Die beiden Autoren wechseln sich beim Erzählen ihrer Erlebnisse ab; wobei jeder dieselbe Etappe aus seiner Sicht beschreibt. Oft eine männliche Sichtweise hier und eine weibliche da. Mit erstaunlich unterschiedlichen Bewertungen derselben Geschehnisse. Jutta ist dabei eindeutig die bessere Erzählerin. Nicht nur wenn sie freimütig ihre Wehwehchen und das Altern beschreibt. Bruno hingegen „ist stets bemüht“, ebenfalls witzig rüber zu kommen.
Stellenweise wirkt der 2009 entstandene Text zu der 2008 gemachten Tour erstaunlich antiquiert, z.B. wenn die richtige Route per ausgefalteter Landkarte gesucht wird, statt GoogleMaps oder Garmin oder Komoot zu bemühen oder wenn Postkarten geschrieben werden statt WhatsApps zu versenden, vom Kodakfilm ganz zu schweigen. Aber dafür, dass der Rezensent erst in 2025 zu diesem Buch gegriffen hat, kann das Autorenpaar nun wirklich nichts.
Zwischen den Beiden kriselt es immer mal wieder etwas. Harmonisch geht’s eher selten zu. Bahnt sich da was an – im negativen Sinn? Auch wenn es ganz und gar nicht Aufgabe eines Rezensenten ist, die private Beziehung der Beiden zu beurteilen, wird irgendwie klar, dass die vielen Kappeleien und Meinungsverschiedenheiten wohl bald zur Trennung der Beiden führen werden. So vier Jahre später geschehen (Quelle: Wikipedia). Das Buch wurde übrigens im Jahr 2012 verfilmt.
ein Muss sehr lesenswert  lohnt sich
es gibt Besseres
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 Gabriel Hermes
Schafland
Format: Gebundenes Buch ;  Seitenzahl:  354   ; Erscheinungsdatum:  11.2019
  Rezensionsdatum: 21.2.2025 ;
Verlag:  
  ohne, d.h. Selfpublishing 
Entdeckt man in einem Büchertauschschrank ein offenbar belletristisches Buch (ein Regionalkrimi), dessen Titelseite eine Abbildung des Rathauses der eigenen Heimatstadt präsentiert, so greift man zu. So ging es mir jedenfalls mit „Schafland“ von Gabriel Hermes. Wer sich hinter diesem Synonym verbirgt, hat man auch schnell gegoogelt. Ein Lokalpolitiker und Mitglied des Stadtrates schreibt also unter dem o.a. Synonym Gabriel Hermes einen Lokalkrimi, der für Bewohner des betr. Bundeslandes (Schafland = Saarland) und speziell der Kreisstadt Homburg im Saar-Pfalz-Kreis sehr unterhaltsam und lesenswert ist-
Die Story rankt sich rund um reale Gegebenheiten und Personen und der kundige Leser kann nicht nur die „verballhornten“ Namen des Bundeslandes und der Städte, sondern auch nahezu jeden der handelnden Akteuren den real existierenden Personen zuordnen.  Bewohner der restlichen Bundesländer und Städte können dies vermutlich weniger, weil viele Andeutungen über Geschehnisse, Verstrickungen und Skandale sowie die abgewandelten Ortsnamen diesen sehr wahrscheinlich weniger bekannt und verständlich sind. Plastisch beschreibt der Autor die Zustände im Schafland und speziell in Homburg und prangert sie an. Es geht um Korruption, Vorteilsnahme, Ämterpatronage u.ä. Kenntnisreich wettert er gegen Filz in der Kommunalpolitik und der kundige „schafländische“ Leser hat Spaß dabei. Das Buch hat meinen Eindruck davon, wie schmutzig Politik, speziell kommunale Politik, sein kann, bestärkt. Es wundert, dass der Autor trotzdem dort  aktiv ist und mitwirkt. Fazit: Für Bewohner des betr. Städtchens im Bundesland Schafland sehr lesenswert; für die allermeisten Bewohner anderer Bundesländer eher weniger, da weniger nachvollziehbar.  Möglicherweise ist Letzteres auch Grund dafür, dass der Autor das Buch im ohne Verlag veröffentlich hat bzw. veröffentlichen musste.
ein Muss sehr lesenswert  lohnt sich
es gibt Besseres
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für "Schafländer",
speziell für Homburger
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 Nicholas Evans
Der Pferdeflüsterer
Format: Gebundenes Buch ;  Seitenzahl:  407   ; Erscheinungsdatum:  1.1.1995
  Rezensionsdatum: 31.01.2025 ; 
Verlag:  
C. Bertelsmann  
Ich hatte Lust, mich mal wieder diesem 30 Jahre alten Klassikers des vor 3 Jahren im Alter von 72 Jahren verstorbenen Autors Nicolas Evans zu widmen.
Er beginnt mit der Geschichte von Grace und ihrer Freundin, zwei junge Mädchen, die Beide begeisterte Reiterinnen sind. Bei einem Ausritt der Beiden kommt es zu einem schrecklichen Unfall. Auf schneeglattem Untergrund rutschen die Pferde der zwei Mädchen einen Hang hinab, wo Tiere und Reiterinnen von einem tonnenschweren LKW erfasst werden. Grace´ Freundin und ihr Pferd sterben; Grace und ihr Pferd Pilgrim erleiden schlimme Verletzungen. Grace` rechtes Bein muss amputiert werden und Pilgrim ist nach dem Unfall völlig verstört und aggressiv. Doch Grace` Mutter Annie, eine Top-Journalistin und zugleich Workaholic, verfolgt hartnäckig und gegen viele Widerstände einen Weg, der das Pferd wieder gesund werden lässt, ihrer Tochter wieder Lebensfreude und ihr selbst eine romantische Liebesbeziehung beschert, die jedoch ein tragisches Ende nimmt.
Man erkennt, dass der 1995 erschienene und mit Robert Redford verfilmte Klassiker etwas in die Jahre gekommen ist. Z.B. wenn man Formulierungen liest wie "Ich bin über Modem und Fax erreichbar" oder wenn Ronald Reagan als Präsident der USA erwähnt wird. Das schmälert jedoch nicht den Lesegenuss. Anders verhält es sich ein Stück weit damit, dass das Buch einen recht langen Anlauf nimmt, der den Leser dazu zwingt, sich die Namen, Rollen und Eigenschaften zahlreicher Akteure, die recht ausführlich beschrieben werden, zu merken; und dies schon lange bevor der spätere Hauptakteur, der Pferdeflüsterer Tom Booker, auf Seite 108 erstmals genannt wird.  
Einer höheren Bewertung als die von mir hier gewählte steht zudem der Schreibstil entgegen. Hierzu drei Beispiele: Nicholas Evans schreibt nicht „Am Himmel flogen zwei Schwäne“; er schreibt: „Nur einmal als ein Schwanenpaar über ihren Köpfen dahinflog, geriet ihr Gesprächs ins Stocken. Sie sahen den Abglanz der Sonne auf den schneeweißen Hälsen, die sich den Bergen entgegenreckten und hörten auf das Klagen ihres Flügelschlages, der sich in der Stille des Abends verlor (S. 339). Nicholas Evans schreibt nicht „Die Sonne ging unter.“ Er schreibt: „Die Sonne ging unter und zwischen den Silhouetten der Bäume sah Annie wie sich die rosafarbenenn, roten und goldenen Töne des abendlichen Himmels in der wie geschmolzen wirkenden Oberfläche des Flusses spiegelten (S. 341). Nicholas Evans schreibt nicht „Sie hatten Sex“. Er schreibt: „In jener Nacht strahlte das Nordlicht grün, blau und rot. Es wand sich in einem riesigen Leuchtbogen über den Himmel und zog vielfach gebrochene Farbstreifen hinter sich her, deren fächerförmigen Abglanz Tom in ihren Augen sah, als sie sich liebten (Seite 364).  
Man könnte es als „sehr umfänglich beschreibend“ bewerten; man könnte auch die ausgeklügelte Wortwahl loben. Man könnte diese Passagen aber auch als „ausufernde Schwurbeleierei“ abwerten.
Dennoch ist das Buch „lesenswert“ und macht Lust, sich die Verfilmung von und mit Robert Redford anzuschauen.
ein Muss sehr lesenswert  lohnt sich
es gibt Besseres
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Karin Kalisa
Bergsalz
Format: Gebundenes Buch ;  Seitenzahl: 210 ; Erscheinungsdatum: 2.11.2020 ; Rezensionsdatum: 27.12.2024 ; 
Verlag:
Droemer HC;  ISBN 13:
978-3-426-28208-3
Das gelungene Cover macht Lust, das Buch zu lesen.  Die ersten Seiten muten dann aber bereits etwas seltsam an. Das Seltsame steigert sich ins Mystische, was u.a durch Kapitelüberschriften wie "aynödine" (steht für Einöde) gefördert wird. Andererseits hat das Buch von Beginn an auch recht unterhaltsame Seiten.  Hierzu zählt die Geschichte der lange Zeit in einem Dorf im Allgäu allein lebenden älteren Frauen, die eher zufällig wieder zueinander finden und - statt weiterhin einsam vor sich hin zu leben - das neue Miteinander genießen. Ihr Kreis wird größer beim gemeinsamen Kochen und Essen und daraus resultiert die Idee, das seit sehr langer Zeit geschlossene Gasthaus des Örtchens, das Rössl, wieder mit Leben zu füllen. Eine der Ersten, die sich den einheimischen Frauen und dieser Graswurzelbewegung anschließt ist Esma. Sie, eine syrische Drusin, ist eine der Flüchtlinge, die die Gemeinde in dem aufgegebenen Gasthaus einquartiert hat. Mit Sabina, erst Mitte zwanzig und lang mit Ärzte ohne Grenzen im nahen Osten unterwegs, kommt noch ein ganz anderer Charakter daher. Die Frauen leben auf mit der Wiederbelebung des Rössl und ihrem neuen Lebensinhalt. Mehr noch: das gesamt Dorf erwacht. Die Autorin schiebt im weiteren Verlauf weitere Kapitel in der oben bereits erwähnten, seltsam anmutenden, altertümlichen Sprache ein, deren Sinn sich dem Leser zunächst nicht erschließt. Es handelt sich bei dieser Sprache und Schrift um Mittelhochdeutsch und langsam schält sich ein Zusammenhang dieser Kapitel mit den Bauernkriegen (1524-1526) und der im Jahr 1517 niedergeschlagenen Buntschuhbewegung heraus. Die Idee der Autorin, diese Textpassagen einzuschieben, war mutig; stellen sich doch durchaus einige Anforderungen an den Leser, den Kontext zu verstehen. Das sollte jeder wissen, der zu diesem Buch greift .
Letztendlich mag ich mich ausnahmsweise nicht eindeutig für eine meiner 5-stufigen Bewertungsskala entscheiden. Ich komme daher zu dem Schluss "es gibt Besseres" (für Otto Normalleser)  bzw. "lohnt sich" (für "Freunde des Mystischen)".
ein Muss sehr lesenswert  lohnt sich
(für Freunde des Mystischen)
es gibt Besseres
(für Otto Normalleser)
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Marcus Imbsweiler
Heidelberg auf die kriminelle Tour
Format: Taschenbuch ;  Seitenzahl:  ; Erscheinungsdatum: 3.2.2014 ; Rezensionsdatum: 12.2024 ; 
Verlag:
Wellhöfer;  ISBN 13:
978-3954281435

Wenn einem in Saarbrücken geborenen und im Saarland aufgewachsenen Rezensenten, der oft in Heidelberg ist, das Buch eines in Saarbrücken geborenen und im Saarland aufgewachsenen Autors, der in Heidelberg lebt, in die Hände fällt, macht das natürlich neugiering. Und für den Autor geht ein Startvorteil bei der anschließenden Bewertung gleich mit einher. So ist nach der Lektüre  positiv zu vermerken, dass einige der 20 Kurzgeschichten durchaus abwechslungsreich und amüsant sind. Zum Beispiel die Geschichte über die Ärzte, die zusammen ein merkwürdiges Fischmenue ("Fugu") essen. Auch "Jellineks Milch" hat gefallen. Weniger in Richtung "Daumen hoch" und Grund dafür, dass ich in meiner u.a. Skala keine Bewertung weiter links in der Tabelle vorsehe, ist, dass die Geschichten zum Teil sehr schräg, sehr abstruss, sozusagen an den Haaren herbeigezogen sind. Insbesondere die beiden Kurzgeschichten Rambo 1 und Rambo 2 konnten nicht zusagen. Außerdem ist der Bezug zu Heidelberg (siehe Buchtitel) oft kaum oder nicht erkennbar oder er kommt nur dadurch zum Ausdruck, dass sich der Lokalkolorit auf die Nennung einiger Ortsnamen der Region beschränkt ( z.B. Handschuhsheim, Plankstadt, Gauangelloch, Neuenheim in "Das große Maklersterben".)  Fazit und um auf o.a. Eingangsbemerkung zurück zu kommen: Die Beiden passen wohl doch nur bedingt zusammen.

ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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 Thomas Gottschalk
 Herbstbunt 

Herausgeber: Heyne   ;  Seitenzahl : 272

Format: Gebundenes Buch ; Erscheinungsdatum:  9.5.22  ; Rezensionsdatum:       .12.24 ;  ISBN: 978-3453606265
Die Tatsache, dass schon wieder einige Zeit vergangen ist, seit ich "Herbstblond" von Thomas Gottschalk gelesen und hier rezensiert hatte, animierte mich zum Kauf von Herbstbunt.
Wie schon in Herbstblond  schreibt Thomas Gottschalk auch in Herbstbunt, so wie er auch quasselt (und das ist jetzt nicht unbedingt negativ gemeint). Man könnte es auch positver, höflicher ausdrücken, indem man sagt, macht er auch in diesem Folgeband aus seinem Herzen keine Mördergrube, sondern gibt sehr Vieles, sehr Privates von sich in erzählerischer Manier frei.
So wie in Herbstblond der tragische Unfall des Samuel Koch eine große Rolle spielt, so sind es in Herbstbunt die totale Zerstörung seines Hauses in Malibu (eine umgebaute Mühle in der u.a. eine Handschrift des von Thomas Gottschalk verehrten Rainer Maria Rilke vollständig verbrannte) und die Trennung von seiner langjährigen Frau Thea. Dass diese kommen wird, wird auch daran deutlich, dass er das Kapitel über den Brand des Haus damit enden lässt, dass zwar der Betrag, den die Feuerversicherung ihm auszahlte erklecklich gewesen sei, ihm aber seine Rilke-Handschrift nicht zurückbringen könne und seiner Frau nicht ihre Hüte, wobei es ihm um den Rilke wirklich leid tue (Umkehrschluss!). Man hört sich beim Lesen "Aha" sagen.
Treu bleibt sich Thomas Gottschalk auch darin, dass  - wie in Herbstblond -  auch in Herbstbunt  jedes Kapitel mit einem stets passenden Songtext aus seiner Jugendzeit - die auch meine war - überschrieben ist.  So geht es etwa in "Hungry like a wolf"  von Duran-Duran um Ernährung und so findet man im Kapitel "My Generation" von The Who Aussagen wie die, dass der ältere heterosexuelle weiße Mann (eine Spezie, der sich der Autor in gleicher Weise zuordnet wie der Rezensent)  mittlerweile das einzige lebende Wesen ist, das keinerlei Artenschutz für sich reklamieren kann.
Über Vieles, dass er (lapidar) über seine Jugend schreibt, könnte auch jeder Leser dieser Rezension von seiner eigenen Jugend schreiben; aber welcher Verlag würde das drucken?  Hier greift natürlich der Promi-Bonus. Er versteht es mit Belanglosikeiten die Seiten zu füllen. Entscheiden Sie als Leser dieser Rezensenion, ob das was Gutes oder was Schlechtes ist.
Mein Fazit: "Ungefiltert", der 3. Band des Entertainers, steht nicht ganz oben auf meiner Liste   
ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Melanie Metzenthin
 Die Stimmlosen

Herausgeber:  Tinte und Feder  ;  Seitenzahl : 572

Format: Taschenbuch ; Erscheinungsdatum: Juli 2018   ; Rezensionsdatum: 31.08.24 ;  ISBN 13: 978-2-919-80134-3

Animiert durch "Im Lautlosen" von Melanie Metzenthin griff ich zu diesem ihrem Werk und wurde - um es vorweg zu nehmen -  enttäuscht. Wenn ich auf den ersten Seiten eines Buches mit der Nennung von Personen und deren Namen derart "zugedröhnt" werde, wie in diesem Buch, dann .... ja dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass ich dieses Buch nicht zu Ende lesen werde. Das ist insbesondere deshalb schade, weil ich nach im "Im Lautlosen" mehr erwartet hatte. Um einen etwas holprigen Vergleich zu ziehen: Wie konnte Karl May (für den die Autorin angeblich eine Vorliebe hat)  mit 2 Personen, Old Shatterhand und Winnetou ( OK, zugestanden da war noch Winnetous hübsche Schwester) spannende Geschichten schreiben, wenn Melanie Metzenthin dazu eine solche Armada an Akteuren braucht? Nein, wenn man sich - gottlob auch ohne an Alzheimer erkrankt zu sein - Notizen machen muss, wer wer ist, um die Handlung nachvollziehen zu können, dann ist es einfach ein Buch, das es  m.E. verdient hat, mit "es gibt Besseres" bewertet zu werden.  Es ist ganz selten, dass ich ein angefangenes Buch nicht zu Ende lese; dieses hier ist leider ein solches. Ab in den Büchertauschschrank um die Ecke damit. Möge jemand Anderes das völlig anders bewerten als ich und damit seine Freude haben.
Fazit: Wenn Sie, liebe Leser dieser Rezension,  ein gutes Werk dieser Autorin lesen wollen, dann lesen Sie ihr hier ebenfalls rezensiertes Werk "Im Lautlosen" . 
Und: Ja es ist dies eine Wutrezension, Frau Metzenthin. Mögen Sie mit Ihrer Ausbildung und Erfahrung Ihre Schlüsse daraus ziehen.

ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Freida McFadden 
 The Housemaid is watching (Band 3 der Reihe)

Sprache: Englisch ; Herausgeber: bookouture ;  Seitenzahl der Printausgabe: 402  

Format: eBook ; Erscheinungsdatum: 11.06.24  ; Rezensionsdatum:  29.08.24 ;  ASIN:  BOCK4YL5FM
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Freida McFadden startet im Prolog mit einem Paukenschlag. Sodann aber, nach der Überleitung bzw. dem Rückblick auf 3 Monate zuvor, lässt sie sich viel Zeit - um nicht zu sagen, raubt sie dem Leser viel Zeit - mit der Schilderung vieler Details über Enzo, mit dem Millie mittlerweile verheiratet ist und 2 Kinder hat und über das neu erworbenen Haus,  bevor es dann wieder richtig spannend wird. Und nicht nur weil Millie die Nachbarin Suzette verdächtigt, mit Enzo anbinden zu wollen.  Hätte ich das Buch nicht in englischer, sondern in deutscher Sprache gelesen,  wäre es mir sicherlich als langweilig vorgekommen. Aber im weiteren Verlauf überschlagen sich die Ereignisse wieder, ganz so wie man es von der Autorin gewohnt ist. Fazit: Dieser Band 3 der Reihe hat nicht die Klasse von„ The Housemaid“ (Band 1 der entsprechenden Reihe von Freida McFadden) und von "The Housemaids Secret" (Band 2), weshalb man sich im Zweifelfall mit diesen beiden vorausgegangenen Büchern - oder besser noch mit "The Teacher" beschäftigen sollte. Daher lautet meine Bewertung "Es gibt Besseres" (und zwar von Freida McFadden).

ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

(insbes. von Freida McFadden)

Zeitverschwendung

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Greta R. Kuhn
Saarland Connection
Format: Taschenbuch ;  Seitenzahl:  ; Erscheinungsdatum:  ; Rezensionsdatum: 28.06.2024 ; 
Verlag:
Gmeiner ;    ISBN: 978-3-8392-0072 8

Bei „Saarland Connection“ handelt es sich um das dritte Buch der Autorin. Es ist nicht zwingend, die Bände 1 „Saarperlen“ und 2 „Goldene Bremm“ zuvor gelesen zu haben; aber wie so oft bei solchen Buchreihen: besser ist es schon, die Reihenfolge einzuhalten.
„Saarland Connection“ bietet viel Lokalkolorit, weshalb Saarländer (wie der Rezensent einer ist) mehr Spaß beim Lesen haben dürften, als z.B. ein Norddeutscher oder ein Bayer.
Für Lesefreude bei Saarländern sorgen die häufigen Bezüge zu Örtlichkeiten oder Gegebenheiten des Landes: Seien es Ortsnamen, Stadtteile ( z.B. St. Arnual) oder Nennungen wie „Am Staden“, „Autobahnparkplatz Nähe Homburg“, „Alte Schmelz in St. Ingbert“ und „Der Umbau des Gesundheitsamtes zur THW“ lassen das Herz von Leuten, die wissen, dass „Die Garage“ in Saarbrücken. kein Ort ist, um sein Auto unterzustellen, höherschlagen. Im Mittelpunkt all dessen steht das „Weltkulturerbe Völklinger Hütte“ (für Nicht-Saarländer: eine Industriebrache, die gekonnt zu einer weit anerkannten und geschätzten Kultur- und Begegnungsstätte transformiert wurde) und welches in diesem Buch zum Schauplatz eines sehr außergewöhnlich in Szene gesetzten Mordes wird.
Auch ganz gekonnt lässt die Autorin beim neuen Pavillon des Saarlandmuseum (Moderne Galerie) Parallelen zu „BER“ und „Stuttgart 21“ einfließen. Wenngleich die Summen nicht vergleichbar sein dürften, so denn doch die Ursachen der Kostenexplosionen.
Das Buch erzählt die Geschichte der Hauptkommissarin Veronika Hart und zahlreicher weiterer Akteure. Wobei die Betonung auf „zahlreiche“ liegt. Dies erfordert zuweilen schon etwas mehr Konzentration und Erinnerungsvermögen beim Lesen. Zugleich erweitert es natürlich den Kreis derjenigen, die als Mörder in Frage kommen. Zwischen vielen dieser Akteure bestehen Beziehungen; man kennt sich, man ist auf die ein oder andere Weise miteinander verbandelt. Ein Gestrüpp aus Politik, Bauunternehmer, öffentlicher Verwaltung u.a.m. Eben Saarland-Connection.
Allmählich schließt sich der Kreis und werden die Motive des Mörders immer deutlicher. Insbesondere weil er nunmehr in Textpassagen zum Erzähler wird. Dabei arbeitet die Autorin mit häufigen Wechseln zwischen dem Bemühen der Polizei um Aufklärung einerseits und Tätigkeiten und Gedanken des Mörders andererseits.
Fazit: ein Regionalkrimi, den zu lesen, sich lohnt.

ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich
(insbes. für Saarländer)

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Tom Hillenbrand
Die Erfindung des Lächelns
Format: Gebundenes Buch ;  Seitenzahl:  512 ; Erscheinungsdatum: 7.09.2023 ; Rezensionsdatum: 14.6.2024 ; 
Verlag:    
Kiepenheuer u. Witsch ;  ISBN:  978 -3462003284

Es geht in diesem Roman um den Diebstahl des weltberühmten Gemäldes von Leonarda da Vinci, der Mona Lisa oder wie sie in Frankreich heißt: La Joconde. Im Sommer 1911 verschwand das Bild aus dem Louvre. Um es ausnahmsweise vorweg zu nehmen:
Leider erfüllt dieses Buch in keinster Weise, die Erwartungen, die durch das Cover des Verlages (Lob an Barbara Thoben, Köln) geweckt werden und nicht zuletzt wegen dieses Covers hatte ich mich so auf das Lesen dieses Buches gefreut.  Diese Montmartre-Stimmung, diese vom Impressionismus und aufkommenden Kubismus geprägte Atmosphäre! Nur hie und da blitzt im Text ein klein Wenig davon was auf.  Die Malerei spielt im Buch eine viel geringere Rolle als das Cover erwarten lässt.
Zahlreiche Namen (Die Jules, Juhels und Jouins auseinander zu halten macht das Lesen anstrengend) und viele Handlungstränge lassen den Leser lange warten bis sie - wenn überhaupt - zusammenlaufen. 
Langatmig, um nicht zu sagen langweilig, weil der Autor den Leser über 512 Seiten hinweg mit unzähligen Namen kurzfristiger Akteuren plagt und trotz dieser verwirrend hohen Zahl an Akteuren nicht wirklich viel passiert.  Stattdessen geht es um Zuständigkeitsgerangel der unterschiedlichen Polizeibehörden wie Direktorat, Kripo, Präfektur, die sich mit dem Verschwinden der Jocande befassen
Mit dem Picasso, den man aus der Literatur über Malerei kennt und von man ein Bild hat, auch ohne z.B. in Malaga im Museo Picasso gewesen zu sein, hat die kriminelle Witzfigur in diesem Buch nichts zu tun.
Selbst wenn man dem Autor diese Verfälschung noch nachsehen mag, toppt er das Skurrile in seinem Buch indem neben den Anarchisten auch noch den Satanisten Raum gewidmet wird. Nicht nur aber auch war es das Auftreten des Satanisten Aleister Crowley, dessen Gebaren mich letztlich dazu brachten, das Buch im nächstbesten Büchertauschschrank zu deponieren. Wirklich schade.
Mag man mir vorwerfen, dass ich nicht die nötige Konzentration aufbrachte um all die Personen und Handlungsstränge auseinander zu halten, so muss ich doch sagen „Weniger wäre mehr gewesen“ und  will auch zum Ausdruck bringen, dass ich – will ich mich konzentrieren – ein Sachbuch lese; bei einem belletristischen Werk hingegen will ich beim Lesen entspannen und genießen.
Mein Fazit und hartes Urteil: Das Lesen dieses Buches ist verbunden mit viel Verwirrung und wenig Spannung; es ist letztlich Zeitverschwendung!   Wenn Sie Impressionismus, Postimpressionismus  und absinthgetränkte Montmartre-Atmosphäre spüren wollen, dann lesen sie besser z.B. „Elke Vesper: Schreckliche Maria, Das Leben der Suzanne Valadon“.
ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Freida McFadden 
The Teacher

Sprache: Englisch ; Herausgeber: bookouture ;  Seitenzahl der Printausgabe: 402

Format: eBook ; Erscheinungsdatum: 6.2.2024  ; Rezensionsdatum: 5.6.2024 ;   ASIN ‏ : ‎ B0CGWBB9XG  

Nachdem „The Housemaid“ (Band 1 der entsprechenden Reihe von Freida McFadden) mich derart begeistert hatte und das Buch für mich der spannendste Psychothriller war, den ich seit langem gelesen hatte, war ich von Band 2 dieser Reihe „The Housemaid´s Secret“ etwas enttäuscht und war mir nicht mehr sicher, ob ich Band 3 (The Housemaid is watching) auch lesen werde. Bis zum Erscheinen des Bandes 3 der Serie (11. Juni 2024) habe ich die Zeit mit „The Teacher“ überbrückt. Auch da ließ die Spannung eine ganze Zeit auf sich warten und hatte im ersten Teil der Langatmigkeit etwas Raum gelassen, um dann aber, so ab der Buchmitte, enorm aufzudrehen und letztlich das Prädikat Pageturner mehr als verdient hat.
„The Teacher“ ist die Geschichte von Addie, Adeleine Stevenson, die von zwei ominösen Ereignissen geprägt ist: zum Einen sind dies die mysteriösen Umstände um den Tod ihres Vaters und zum Zweiten ist da eine dubiose Sache mit einem Lehrer an ihrer Schule, der daraufhin suspendiert wurde. Der zweite Handlungsstrang ist das seltsam reglementierte Eheleben eines Lehrerehepaars an Addies Schule, Nathanel, der der Poesie verfallen ist und Eve, für die wohl der Kauf von Designerschuhen den Lebensmittelpunkt darstellt. Addie wird von ihren Mitschülerinnen gehasst und gequält. Sie verliebt sich in ihren Lehrer Nath und dann nehmen die Dinge – während Freida McFaden die Sichtweise gekonnt von Addie zu Eve wechseln lässt - einen rasanten, sehr dramatischen Verlauf
ein Muss
(für Krimifans und Liebhaber der
englischen Sprache)
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Juli Zeh
Neujahr

Seitenzahl: 193 ;  ISBN: 978-3-442-718962  

Verlag: btb ; Format: gebundenes Buch ; Erscheinungsdatum: 10.09.2018 ; Rezensionsdatum: 6.5.2024

Es ist die Geschichte des vom Alltagsstress geplagten und von Albträumen und Panikattacken gestressten Familienvaters Henning, der sich – zusammen mit seiner Familie - über Weihnachten und Sylvester eine Auszeit auf Lanzarote gönnt, wo es dann zu ganz besonderen Ereignissen kommt.
Insbesondere für radfahrende Freunde des Lesens und für lesefreudige Radfahrer (beiden Gruppen fühlt sich der Rezensent zugehörig), dürften am Anfang des Buches die Schilderungen von Hennings Radtour, mit der Auffahrt zum Dorf Femes an der Flanke des Atalaya,  mit dem damit verbundenen 20 % Anstieg bei heftigem Wind, sehr interessant sein und an manche ähnliche eigene Tour erinnern.
Der völlig entkräftete Henning begegnet dort oben sodann einer netten Frau, die sich seiner annimmt und ab da dürften die Parallelen mit einer „normalen“ Radtour im Urlaub aufhören, denn nun lässt Juli Zeh den Leser sanft in die Welt und in die Zeit eintauchen, in der Henning als Kind schon einmal an diesem Ort, im Haus dieser Frau gewesen war. Recht umfangreich schildert Juli Zeh seitenfüllend diese Zeit.
Wenn Sie genauer wissen wollen, was Henning und seine Schwester Luna damals erlebten, welche Konsequenzen dieses Erleben für Hennings heutiges Leben hat und welche Folgen er daraus zieht, dies zu erkennen, dann lesen Sie dieses Buch. Und erschrecken Sie sich nicht beim Ende, denn es ist abrupt. Und es lässt den Leser nachdenklich zurück, aber das ist keine negative Anmerkung.

PS: Von Juli Zeh sind hier auch rezensiert: Unterleuten, Nullzeit und Schilf. Sie wollen ein Ranking? Nun, dann ist Neujahr auf jeden Fall hinter Unterleuten und Nullzeit einzuordnen.

ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Freida McFadden 
The Housemaids Secret

Sprache: Englisch ; Herausgeber: bookouture ;  Seitenzahl der Printausgabe: 321

Format: eBook ; Erscheinungsdatum: 20.02 2023  ; Rezensionsdatum : 21.04.2024

Die Geschichte mit Millie geht weiter. Dieser Band 2 der Reihe (nach The Housemaid) spielt einige Jahre später. Man muss nicht unbedingt Band 1 zuerst gelesen haben, aber besser finde ich das schon.
Freida McFadden bedient sich wieder der Technik des mehrfachen Perspektivenwechsels und der Leser wird auch im 2. Band  wiederum gefesselt und staunt über die Wendungen, die die Handlung nimmt.
Im Vergleich zum Band 1 (= The Housemaid) würde ich diesen gegenüber diesem Band 2 präferieren, weshalb ich hier eine Skala tiefer meiner Bewertung wähle. Dennoch: Band 3 "The housemaid is watching" steht auf meiner "bucket list"! Anm.: Von Freida McFadden ist hier auch "The Teacher" rezensiert.
ein Muss

sehr lesenswert
(für Krimifans und Liebhaber der
englischen Sprache)
 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Freida McFadden 
The Housemaid

Sprache: Englisch ; Herausgeber: bookouture ;  Seitenzahl der Printausgabe: 336 

Format: eBook ; Erscheinungsdatum: 27.4.2023 ; Rezensionsdatum : 28.02.2024 ;  ISBN13: 978-1408728512

Es ist die Geschichte von Millie, die in New York als "Hausmädchen" arbeitet. Im Haushalt von Nina Winchester und deren nettem Ehemann Andrew (oder ist der doch nicht so nett?), der Tochter Cecilia und dem etwas seltsam anmutenden Gärtner Enzo (oder ist der gar nicht seltsam?). Nun denn, ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt etwas so Spannendes gelesen habe. Der Leser wird gefesselt, vom Anfang bis zum Schluss. Dieser Eindruck fusst auch, vielleicht sogar insbesondere, auf der Technik des mehrfachen Perspektivenwechsel dieser jungen amerikanischen Schriftstellerin, die im Hauptberuf als Ärztin arbeitet.
Die Folgebände "The housemaids secret"(Bd.2) und  "The housemaid is watching" (Bd.3)  sind ein "must read". Anm.: Von Freida McFadden ist hier auch "The Teacher" rezensiert.
ein Muss
(für Krimifans und Liebhaber der
englischen Sprache)
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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 Claudia Kemfert 
Schockwellen
- Letzte Chance für sichere Energien und Frieden
-   

Verlag: campus ;  Seiten: 310

Format: gebundenes Buch ; Erscheinungsdatum: 8.2.2023 ; Rezensionsdatum : 25.02.2024 ;  ISBN13: 978-3-593-51696-7

Die Energie- und Klimaökonomin Claudia Kemfert ist engagierte Kämpferin für eine Energiewende in Form einer Abkehr von fossilen Energien in Form von Nutzung von mehr Wind, Sonne, Photovoltaik (bürokratische Hemmnisse beseitigen), Biomasse, Wasserkraft, grüner Wasserstoff, Pumpspeicherwerke, höhere CO2-Bepreisung, Wärmepumpen statt Öl u. Gas (Abwrackprämien), energetische Gebäudesanierung, …
Gnadenlos deckt sie die Fehler unserer Politiker der Vergangenheit auf. In ihrer Kritik an Schröder, Merkel, Steinmeier, Gabriel und Altmaier u.a., mit denen sie „hart ins Gericht geht“, nimmt sie kein Blatt vor den Mund.
Immer wieder stellt sie die berechtigte Frage, wie es in der Vergangenheit sein konnte bzw. wie es in der Gegenwart sein kann, dass wissenschaftliche Erkenntnisse so oft an einer Mauer aus politischer Ignoranz abprallten bzw. immer noch abprallen. Sie verficht nachdrücklich die These, dass die Kosten des Klimaschutzes deutlich geringer sind als die des Klimawandels (u.a. S. 136), rät nachdrücklich zum Anpacken und dazu endlich nachhaltig tätig zu werden.  Holzschnittartigen Argumenten wie „das kann ja gar nicht klappen“ wirkt sie kenntnisreich entgegen und es gelingt der Autorin sehr komplexe Strukturen und Zusammenhänge sehr einfach zu erklären. Das gilt insbesondere für alles rund um Gazprom.
Das Buch ist Allen empfohlen, die sich argumentativ mit Klimawandelleugnern/-ignoranten auseinandersetzen müssen/wollen und Letzteren empfohlen, um ihre Sicht der Dinge kritisch zu hinterfragen.
 

ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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  Florian Illies
Liebe in Zeiten des Hasses 

- Chronik eines Gefühls 1929 - 1939 -   

Verlag: S. Fischer   ;    Seiten: 432 ;  

Format:  gebundenes Buch ; Rezensionsdatum : 23.01.2024  ISBN13: 978-3-10-397073-9 


Oft geben Bücher, die man allgemeinhin als Folgebände bezeichnet, nicht das her, was der erste Band der Reihe hergab. Hier, bei Florian Illies ist es anders. „Liebe in Zeiten des Hasses“ (der Untertitel lautet „Chronik eines Gefühls 1929 – 1939“) ist auch nicht unbedingt ein Folgeband des von mir ebenfalls rezensierten, bezaubernden, vorausgegangenen Werks von Florian Illies: „1913“. In „Liebe in Zeiten des Hasses“ beschreibt Florian Illies in drei Kapiteln (davor; 1933; danach) sehr eindrucksvoll die Leben, Handlungen, Verstrickungen, Stärken und Schwächen, Erfolge und Versagen, Ängste und Gedanken einer Vielzahl zeitgenössischer Schauspieler, Schriftsteller, Maler, Dichter, Künstler, um nur einige Genre zu nennen (Selbstverständlich - auch wenn ich auch hier auf *innen o.ä. verzichte – auch vieler Frauen). Sie alle zu nennen würde den Rahmen dieser Rezension sprengen; um dennoch einen Eindruck zu vermitteln, seien einige hier aufgezählt: Gottfried Benn, Hannah Arendt, Josephine Baker und natürlich die Familie Mann, Heinrich, Erika, Thomas, Klaus, Golo, Max Beckmann, Berthold Brecht, Charlie Chaplin, Marlene Dietrich, Otto Dix, Lion Feuchtwanger, Zelda Fitzgerald, Wassily Kandinsky, Erich Kästner, Tamara de Lempicka, Lotte Lenya, Ruth Landshoff, Henry Miller, Leni Riefenstahl, Jean-Paul Sartre, Pablo Picasso, Claus Schenk Graf Stauffenberg, Kurt Tucholsky, F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway und und …. ; ja und dann die Verflechtungen, meist Liebschaften, dieser Akteure untereinander: Die Recherchearbeit muss gigantisch gewesen sein. Technik des Autors dabei ist es nicht etwa, das Leben und Werken der Personen wie in einem Lexikon zu beschreiben; vielmehr ist der Zeitstrahl die Leitlinie und immer wieder werden mehr oder weniger lange (meist eher kurze) Passagen dargestellt, was das Lesen sehr abwechslungsreich, aber nicht immer einfach macht; es lohnt sich, immer mal wieder zurückzublättern und sich als Leser so seinen eigenen roten Faden durch das Buch und durch die Zeit zu stricken. Mit jeder Seite gewinnt man immer mehr Eindrücke über Liebe, Sex und Leidenschaften in dieser Zeit; gegen Ende viel Nachdenken und es bleibt beklemmende Bedrückung.

Für Geschichtsinteressierte
ein Muss
sehr lesenswert  

lohnt sich

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  Stefan Koldehoff - Tobias Timm 
 Falsche Bilder - Echtes Geld 
  Verlag: Kiepenheuer & Witsch ;   304 Seiten (als E-Book gelesen) ;   Rezensionsdatum : überarbeitet am 22.01.2024

ISBN-10: 3-462-04509-1 ; ISBN-13: 9783462045093



Die Autoren Stefan Koldehoff und Tobias Timm erzählen in diesem ihrem Buch detailliert und spannend die Geschichte des früheren Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi und seiner damaligen Komplizen.Sie schildern in ihrem Buch, das sich wie ein Krimi liest (Anm.: ich mag diese Kombination von Sachbuch und Belletristik sehr) eindrücklich und spannend das Wirken des Wolfgang Beltracchi, der über Jahre hinweg sehr gekonnt Bilder bekannter Avantgarde-Künstler wie Max Ernst, Fernand Leger, Andre Derain, Heinrich Campendonk u.a. gemalt (ehrlicherweise muss man sagen „kopiert“) hat. Exzellente Werke, die dann als Originale mit hohem Gewinn verkauft wurden. Die ersten Bilder entstanden nach Fotos verschollener Originale, später kamen Kreationen hinzu, bei denen Teile verschiedener bekannter Bilder abgemalt wurden. Wolfgang Beltracchi gelange es mit hohem Aufwand alles so zu gestalten, dass ausgemachte Experten die Gemälde nicht als Fälschungen erkennen konnten. Man denke an die Beschaffung der Leinwände, an die Fälschungen der Galerieaufkleber, u.v.a.m . Es wird vermutet, dass noch heute Gemälde in Museen hängen, die keine Originale, sondern Werke Beltraccis sind. Man mag bei der Bewertung des Buches durchaus festhalten, dass Stefan Koldehoff und Tobias Timm mit ihrem Buch eine Lücke schließen, die das Kölner Gericht, das den Fall zwischen 2010 und 2011 verhandelte, bei seiner Verurteilung Beltraccis angeblich zurückgelassen hat. Nämlich die, dass nicht genug, nicht tief genug ermittelt worden war, nicht so wie das eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Angeblich wurden 170 Zeugen gar nicht erst gehört und blieben Tausende Seiten akribischer Ermittlungsarbeit unbeachtet.
Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert  

lohnt sich

es gibt Besseres

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Gerard Donovan

Winter in Maine

 Erscheinungsdatum: 2006   Rezensionsdatum:  26.12.2023

Verlag:  Random House ; Format: Gebundenes Buch ; Seitenzahl: 207;  ISBN 13: 978-3 630-87272-8

Julius Winsome lebt allein in einer Hütte in hohen Norden von Maine. Schon sein Vater und sein Großvater lebten in dieser Hütte. Julius lebt dort im Einklang mit der Natur, mit den Jahreszeiten, mit den langen Wintern.  Und er lebt dort in starker Verbundenheit mit seinem Hund und den Büchern seines Vaters, über 3.000 an der Zahl, so dass die Regale hierfür fast alle Wände der Hütte bedecken. Die winterliche Ruhe rund um die Hütte wird in dieser Jahreszeit regelmäßig durch Schüsse, die Wilderer abfeuern, unterbrochen; aber das ist fast normal. Einer dieser Schüsse jedoch ändert aber so gut wie alles im Leben von Julius Winsome. Gerard Donovan beschreibt die Ereignisste in seinem Buch  in  drei Teilen : erstens. Die 5 Tage vom  30.10. bis 2.11.;  dann die Nacht des 2.11. und schließlich im dritten Teil die Zeit vom  3. bis zum 5. November. Insgesamt umfasst das Buch  50 spannende, fesselnde, Kapitel . Der Schreibstil des Autors beeindruckt den Leser
Interessant ist auch, dass das Buch auch Autobiographisches enthält:  Auch der Autor hat einen Hund, der ihm viel bedeutet und auch der Autor lebt auf dem Land, auf einer Farm, wenngleich nah bei New York. Und Gerard Donovan bejaht in einem Interview die Frage, ob er auch – wie Julius – "a lone wolf" sei.
Fazit: Leselust pur in jedem einzelnen Kapitel. Das Ganze eingebunden in ein stimmungsvolles Cover.  Ein Buch, hat man es zugeklappt, den Leser noch lange nachdenken lässt. Was will man mehr?!
Persönliche Anmerkung: Das Buch erhält auch deshalb einen besonders schönen Platz auf meinem Regal,  weil ich dieses Buch völlig durchnässt aus einem Altcontainer geglaubt hatte. So ein Schätzchen zwischen all dem Altpapier.

Meine Bewertung:

Für an Literatur Interessierte
 ein Muss
 sehr lesenswert 

lohnt sich

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Eva Rossmann

Freudsche Verbrechen

 Erscheinungsdatum: 2001   Rezensionsdatum:  23.12.2023

Verlag:  Bastei-Lübbe Band 15049 ; Format: Taschenbuch ; Seitenzahl: 333;  ISBN 13: 978-3 404 15049 6

"Verbrechen" statt "Versprechen" im Titel des Buches  regte mich zum Lesen an.  Es handelt sich bei dem Buch um Band 3 der mit (aktuell) 21 Bänden (!) ausgesprochen umfangreichen "Mira-Valensky-Krimi-Reihe".  Es geht in "Freudsche Verbrechen" um Morde in der Neuzeit vor dem Hintergrund der Geschichte Österreichs, speziell Wiens,  zwischen 1938 und 1942.  
Die Hauptakteure in dem Buch  sind Mira Valensky, eine Wiener Journalistin, zugleich begeisterte Köchin und Genießerin ihrer Speisen, sowie ihre energische, bosnisch stämmigen Putzfrau, zugleich Freundin Vesna Krajner. Viel Wiener Lokalkolorit und zum Lesen vor einem Aufenthalt dort durchaus empfehlenswert; vielleicht animierend für einen Besuch im dortigen Freud-Museum.
Aber auch viel Geschichte, Familiengeschichte, über 3 Generationen hinweg. Solche Bücher, bei denen man sich, um die Handlungen komplett zu verstehen, beim Lesen stammbaumähnliche Notizen (im Sinne von war sie jetzt Enkelin oder Tochter oder Nichte) machen muss, sind ehrlich gesagt "not so my cup of tea". Ich habe das zuletzt ausführlich gemacht bei Anna Karenina; aber mit Tolstoi und diesem seinem Werk hat man es halt mit Klassiker der Weltliteratur zu tun und da mag das schon mal angezeigt und lohnenswert sein.
Da das Buch auch nicht durchgehend spannend, sondern zuweilen etwas langatmig ist, vergebe ich nur 2 von 5 Sternen, d.h. in meiner Skala "Es gibt - in der unerschöpflichen Auswahl an Literatur - Besseres". 

Meine Bewertung:

Für an Literatur Interessierte
 ein Muss
 sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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Ingeborg Seltmann

Mit Horst im Glück

 Erscheinungsdatum: 2017   Rezensionsdatum:  19.12.2023

Verlag:  rororo ;  Format: Taschenbuch  ISBN 13: 978-3499290510

Dafür, dass meine Rezensionen über die beiden ersten Bände der Reihe, nämlich "Mehr Zeit mit Horst" (aus dem Jahr 2014) und "Horst allein zu Haus" (aus dem Jahr 2015) so positiv ausfielen, hat es zugegebenermaßen sehr lange gedauert, bis ich endlich auch den 3. Band "Mit Horst im Glück" (aus dem Jahr 2017) gelesen bekam. Zu meiner Entschuldigung: Die Auswahl ist halt riesig und niemand weiß das besser als Gabi König, die Ich-Erzählerin in den 3 Bänden. Jedenfalls kann ich sagen, auch dieser Band war wieder so amüsant, kurzweilig und lebensnah geschrieben, dass man sich wünscht, Ingeborg Seltman möge die vergangenen 6 Jahre genutzt haben, um aus der Trilogie  doch bitte noch eine Quadrologie entstehen zu lassen. Mein Vorschlag wäre z.B. "Mit Horst durch die Corona-Jahre" oder Ähnliches.  Nun denn, zunächst vergebe ich mal 4 Sterne (= sehr lesenswert) für "Horst im Glück". Warum keine 5 Sterne? Warum nicht "Für Literaturinteressierte ein Muss"? Gabi König kennt die Antwort: Sie lautet in etwa "Was würde wohl Thomas Mann dazu sagen?" oder "Es muss doch noch Luft nach oben bleiben für Die Buddenbrocks oder Der Zauberberg". 

Meine Bewertung:

Für an Literatur Interessierte
 ein Muss
 sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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Olly Richards

Short Stories in English for Intermediate Learners 

 Erscheinungsdatum: 28.11.2019  Rezensionsdatum:  4.12.2023

Verlag:  Teach yourself ;  Format: E-Book ISBN 13: 978-1529361445 

Der vorausgegangene Band  "Short Stories in English" machte so viel Lust auf diesen Folgeband "Short Stories in English for intermediate learners". Meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Die Gliederung der Texte entspricht dem vorausgegangenen Band. Und auch die Genres sind die Gleichen. Auch dieser Band ist eine absolute Empfehlung für jeden, der seine Englischkenntnisse verbessern und zugleich gut unterhalten werden will. 

Meine Bewertung:

Für an Literatur Interessierte
 ein Muss
 sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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Olly Richards

Short Stories in English 

 Erscheinungsdatum:  24.6.2021   Rezensionsdatum:  20.10.2023

Verlag:  Teach yourself ;  Format: Taschenbuch ; Seitenzahl: 240 ;  ISBN 10: 1473683556 

8 spannende Kurzgeschichten, jeweils in Kapitel untergliedert, mit Vokabellistung und Verständnisfragen nach jedem Kapitel.  Die Texte aus den Bereichen Krimi, Science Fiction, Thriller und Geschichte sind sehr phantasievoll und unterhaltsam und lehrreich, für diejenigen, die ihr Englisch des Levels A2-B1 gem. Common European Framework of Reference (CEFR) verbessern wollen. Das Buch macht Lust auf weitere ähnliche Werke des vielseitigen Autors. (z.B. auf den Folgeband "Short Stories in English for intermediate learners").

Meine Bewertung:

Für an Literatur Interessierte
 ein Muss
 sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Liao Yiwu

Wuhan 

 Erscheinungsdatum: 26.01.2022     Rezensionsdatum: 2.12.2023

Verlag: S. Fischer  ;  Format: gebundenes Buch  ; Seitenzahl: 352  ;  ISBN 10: 3103971052   

Bücher kann man nach den unterschiedlichsten Kriterien differenzieren: es gibt dicke und dünne Bücher, es gibt alte und neue Bücher usw. Sinnvoller und zielführender ist es natürlich, wenn man nach dem Inhalt der Bücher differenziert: ich unterscheide diesbezüglich zwischen Fiktivem und Realen bzw. zwischen belletristischen Büchern und Sachbüchern. Dieses hier macht mir die Unterscheidung schwierig; es ist weder belletristisch noch ein Sachbuch, oder besser gesagt, es ist sowohl ein belletristisches als auch ein Sachbuch.  Es ist - wie deutlich auf dem Titel zu lesen ist - ein Dokumentarroman. Also ein Werk, das Reales und Fiktion verknüpft.  Der fiktive Teil ist schnell dargestellt: er schildert u.a. die Erlebnisse eines Einwohners von Wuhan als dieser nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland nach China zurückkehrt und 40 Tage benötigt, um vom Flughafen in seine Wohnung und zu seiner Familie zu gelangen, um dann von seiner Tochter erfahren zu müssen, dass seine Frau kurz zuvor dem Virus erlegen ist.
Ebenso wenig wie das Buch somit in die o.a. inhaltlichen Kategorien einsortierbar ist, lässt es sich auch nicht in die ansonsten von mir verwendeten 5 Qualtitätskategorien einordnen.  Ist z.B. das Buch einerseits sehr lesenswert, so ist es andererseits für jeden, der daran glaubt, dass zukünftige Kriege nicht mehr wie früher (oder derzeit noch in der Ukraine und im Gaza-Streifen) durch Panzer und Raketen und Landgewinne/-verluste gewonnen oder verloren werden, sondern dadurch wie es gelingt, generell die progressivste Technik einzusetzen. Erwähnenswert in diesem Kontext finde ich eine Fußnote zu Seite 228 auf Seite 350, wo aus "Der Zeit" zitiert wird. Dort wird unter der Überschrift „China: Dieses Schlachtfeld hat keine Grenzen“ ausgeführt "Ein künstlich herbeigeführter Börsencrash, ein Hackerangriff, ein Gerücht oder Skandal, der den Währungskurs des Feindes zum Absturz bringt oder seine Anführer im Internet bloßstellt, all das gehört nun ins Arsenal der Waffen neuer Art". Zu ergänzen wäre noch: „Biotechnologie ist also nach Schwertern, Gewehren, Atombomben die neue Waffe“.
Schon auf den allerersten Seiten gewinnt man den Eindruck, dass man in diesem Buch weit mehr über China und Corona erfahren wird, als man bisher gewusst hat. Eine Voraussetzung dafür ist, sich darauf einzulassen, dass das Buch nicht immer leicht zu lesen ist. Auch wenn man nicht allzu viele Sachkenntnis mitbringen muss, um zwischen Realem und Fiktivem zu unterscheiden, so sind da doch viele andere Passagen, die der Autor einfließen lässt und die den Lesefluss vorübergehend unterbrechen. Dazu zählen z.B. alte Gedichte und eine Vielzahl von Fußnoten, die nicht am unteren Seitenrand, sondern am Ende des Buches erläutert werden, was viel Blättern vor und zurück erfordert.
Inhaltlich rückt die Frage, ob das Coronavirus vom Tiermarkt in Wuhan oder aus dem P4-Labor in Wuhan stammt, immer mehr ins Zentrum.
Klappt man nach der Lektüre das Buch zu, bleibt vermutlich jeder sehr nachdenklich zurück.
Aus oben genannten Gründen wird ausnahmsweise auf eine Zuordnung in eine der sonst üblichen 5 Kategorien (Für an Literatur Interessierte ein Muss, sehr lesenswert, lohnt sich, es gibt Besseres, Zeitverschwendung) verzichtet!  

Meine Bewertung:

Für an Literatur Interessierte
 ein Muss
 sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

Siehe zum Verzicht auf eine solche Eingruppierung obigen Text ! 

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Elke Vesper 

Schreckliche Maria 

 Erscheinungsdatum: 1. 11. 2007   Rezensionsdatum:  19.10.2023

Verlag:  Fischer ;  Format: Taschenbuch ; Seitenzahl: 784 ;  ISBN 10: 3596117807X 

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Schon viel habe ich über die Zeit des Impressionismus, dessen Vertreter auf dem Montmartre in Paris, gelesen, aber noch nie so detailliert und so eindrucksvoll beschrieben wie in diesem Buch. Insbesondere die Affären der Suzanne Valadon mit Henry Toulouse-Lautrec, mit Eric Satie und anderen und ihr Zusammenleben mit dem Bankier Paul Mousis und mit ihrer Mutter Madeleine und ihrem Sohn Maurice Utrillo sowie ihre langjährige Partnerschaft mit Andre Utter werden eindrucksvoll beschrieben . Was Elke Vesper über die beiden zuletzt genannten zu Papier gebracht hat, welch ungeheure Sorgen und Nöte Maurice u.a. mit seiner Alkoholabhängigkeit seiner Mutter und seinem Stiefvater bereitet hat, beeindruckt den Leser.

Das Buch beginnt mit rauen Schilderungen aus der Künstlerszene des Montmartre und mit Bettgeschichten zwischen Marie und Henry Toulouse-Lautrec, der ihren Namen Marie als unvereinbar mit ihrer sexuellen Begierde empfand und vorschlug, sie solle sich ab sofort Suzanne nennen. Apropos sexuelle Begierde: ich bin nicht prüde, aber manche Buchseite ist als nicht jugendfrei einzustufen und etwas weniger detaillierte Schilderungen der erotischen Wünsche und Aktivitäten der Suzanne und ihrer Männer hätten dem Buch eher gut getan.

Nun denn, es ist jedenfalls phantastisch wie die Schriftstellerin ihre Leser in die Welt des Impressionismus versetzt. So beeindruckend wie sie Gespräche zw. Cezanne, Manet, Degas, van Gogh und vielen anderen wiedergibt.

Einfühlsam, sehr gut nachvollziehbar beschreibt die Autorin das Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts, rund 100 Jahre nach der Revolution, die Eindrücke der Besucher der Weltausstellung 1889 in Anbetracht des „300-Meter-Turms“ und die Zeit des aufkommenden Impressionismus in der Malerei. Die Nennung der Straßen, Gassen und Plätze auf der Butte Montmartre und anderswo in Paris und Umgebung animiert dazu, dort beim nächsten Aufenthalt in Paris entlang zu spazieren. Insbesondere die Rue Cortot Nr. 12-14, wo Suzanne Valadon, Andre Utter und Maurice Utrillo wohnten und arbeiteten, steht dann auf der "ToDo-Liste"

Wer schon über Impressionismus gelesen hat, der weiß, dass viele der Impressionisten zeitgleich am selben Ort gelebt haben und sich gegenseitig gut kannten, sich trafen und über ihre Malerei diskutierten. Aber noch nie wurde mir das so eindrucksvoll vermittelt, wie Elke Vesper dies in diesem Buch tut. Ihre Beschreibung der ersten Ausstellung ist so eingehend, dass man nach dem Lesen glaubt, selbst dabei gewesen zu sein. Hinzu kommt, dass das Buch auch viel über die beginnende Emanzipation der Frauen und den Feminismus erzählt.

Wenn Sie sich für Impressionismus und nachfolgende Kunstrichtungen wie Expressionismus, Fauvismus u.a. interessieren, lesen Sie unbedingt dieses Buch. Es wird Ihnen viele neue Eindrücke vermitteln.

Wenn es überhaupt etwas Negatives anzumerken gibt, so ist dies der Verzicht der Schriftstellerin auf direkte Rede und Anführungszeichen und die Bevorzugung der indirekten Rede, was das Lesen manchmal etwas erschwert.

Höchste Anerkennung für das schier unermessliche Ausmaß an Recherchearbeit, welches Elke Vesper bewältigt hat, um die 774 Buchseiten so gekonnt zu füllen.
Wer mehr über Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wissen will, für den ist dieses Buch Pflichtlektüre. In keinem Buch dieses Genres habe ich so tiefgehenden Einblicke in die Zeit und das Leben und die Gedanken der Künstler gewonnen.

Meine Bewertung:

Für an Malerei Interessierte ein Muss
Für alle Anderen sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Gerd Gigerenzer

Klick 

Originaltitel ‏ : ‎ How to Remain Smart in a Smart World ; Erscheinungsdatum:  23.11.22   Rezensionsdatum:  02.08.23

Verlag: Pantheon ;  Format: gebundenes Buch ; Seitenzahl: 416 ;  ISBN 10: 3570554767 

Bisher hatte ich zum Thema "Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens" von Richard David Precht gelesen und hier rezensiert. Nun fiel mir dieses Buch von Gerd Gigerenzer in die Hände. Um Eines vorwegzunehmen: bedingungslose Befürworter von KI sind beide hochintellektuellen Autoren nicht. Auch ein Votum vorab: Vielleicht ist "Klick" von allen hier rezensierten Sachbüchern das Wichtigste und  - nahezu selbstverständlich - ist es nicht immer leicht zu lesen und direkt zu verstehen. Der Autor liefert jedoch sehr, sehr viele Beispiele aus den unterschiedlichsten Themengebieten für Irrtümer über KI und Irrtümer der KI. Und hieraus resultiert schon: auch für Gefahren der KI. Er liefert auch unzählige, interessante Infos und Berichte über Forschungsergebnisse zum Thema. Um hier nur eines herauszugreifen: "Um alle Datenschutzerklärungen zu lesen, die ein durchschnittlicher Internetnutzer im Jahr als "gelesen und verstanden" markiert, bräuchte dieser 30 Arbeitstage". Haben Sie die zur Verfügung? Ich nicht! Und somit wissen wir Beide, wie wir damit umgehen; wir klicken auf "alle akzeptieren". Unter dem Strich ist der Autor mehr der Warner als der begeisterte Befürworter dieser neuen Techniken.  Ich habe allerdings (leider) kein Vertrauen, dass Gigerenzers Meinungen und Ansichten und Bemühungen mehrheitsfähig oder durchsetzungsfähig sein werden. 
Beeindruckend sind auch seine Ausführungen über z.B. Datingapps oder den Sozialkreditscore: Dem Beispiel Chinas folgend haben Staaten in Asien (Thailand, Myanmar, Vietnam) aber auch in Südamerika (Venezuela) und Afrika (Tansania) entsprechende Planungen oder Systeme schon eingeführt. Auf S. 231 führt der Autor aus "Ob offen oder versteckt, Techunternehmen und staatliche Organisationen bauen gemeinsam an einer Welt der totalen Überwachung. Beobachtet zu werden wird unsere Zukunft sein - es sei denn, die Bürger, die Gesetzgebung und die Gerichte greifen ein, um dem Scoring der Bevölkerung Einhalt zu gebieten". Jede Technik hat ihre guten und ihre schlechten Seiten. Mit einem Auto kann man im guten Fall schnell von A nach B kommen; mit demselben Auto kann man im schlechten Fall jemanden überfahren. Gigerenzer schreibt - wenn auch nicht nur, dann doch überwiegend - über die 2. dieser beiden Alternativen, über die schlechten Auswirkungen der KI . Er schreibt auch über bedauerliche Unfälle infolge Unachtsamkeit am Steuer und dafür, dass er speziell das Thema "Smartphone während des Autofahrens" ausführlich behandelt und warnende Worte an den Leser richtet, danke ich ihm (wenngleich seine Worte wenig und mein Dank gar nichts nützen und mir weiterhin Deppen entgegenkommen, die bei hoher Geschwindigkeit auf ihr Handy glotzen).  Fazit mit Bezug auf den o.a. engl. Originaltitel: ich habe beim Lesen viel Neues erfahren und werde mich bemühen, smart zu bleiben (oder zu werden) in der (unaufhaltbaren) "smarteren world".

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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 Remy Eyssen

Tödlicher Lavendel 

Erscheinungsdatum:  28.04.2022  Rezensionsdatum:  20.05.2023

Verlag: Ullstein ;  Format: Taschenbuch ; Seitenzahl: 464 ;  ISBN 10: 3864932157

Sie kennen das sicher: Ein regionaler Wein, der am Urlaubsort so sehr mundet, von dem man eine Kiste mit nach Hause nimmt, schmeckt daheim gar nicht mehr so gut. Ähnlich ist das mit einem Roman, dessen Handlung in dem Urlaubsort spielt, in dem man sich gerade aufhält. Wenn der Autor z.B. eine Landschaft, ein Städtchen, ein Denkmal o.ä. beschreibt, was man wenige Stunden zuvor in Realita gesehen hat, steigert das unweigerlich die Lust am Lesen. So jedenfalls erging es mir mit diesem Buch und das beeinflusst meine Bewertung. Inhaltlich geht es um den Pathologen und Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter, der von Frankfurt nach Le Lavondou wechselt und dort in Verbrechen und allerlei Verstrickungen verwickelt wird. Teilweise finden sich sehr grausame Schilderungen bez. der begangenen Ermordungen und auch die Arbeit in der Gerichtsmedizin und den zwangsläufigen Obduktionen, der Umgang mit den "Patienten" des Dr. Ritter, ist nichts für Leser mit schwachen Nerven. Hie und da kommt einem da schon das Schaudern. Der Autor versteht es, die Charaktere gut darzustellen (so insbesondere den Polizeichef und den Bürgermeister von Le Lavandou) die Spannung in den mehr als 460 Seiten geschickt zu steigern. Nebenbei geht Remy Eyssen auch auf aktuelle Themen wie die Hitze, den Wassermangel und die gefährlichen Waldbrände in der Provence bzw. Cote d´Azur ein. Die Lektüre lohnt sich; weilt man gerade in der Region Provence-Cote d´Azur so ist das Buch sehr lesenswert.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Carsten Sebastian Henn 

Der Buchspazierer

Erscheinungsdatum:  2.11.2020   Rezensionsdatum: 2.4.2023

Verlag: Pendo ;  Format: Kindle ; Seitenzahl der Print-Ausgabe: 224 ;  ISBN 10:  3866124775

Bücher übers Lesen und Bücher über Bücher wecken in mir schon immer die Leselust. Es sei z.B. nur an  „Bücher, Alles was man lesen muss“ von Christiane Tschirnt  verwiesen. Dieses hier wurde mir von einer lieben Freundin empfohlen und damit lag sie goldrichtig. Geradezu herzerweichend, wie Herr Kollhoff, ein in die Jahre gekommener Mitarbeiter einer Buchhandlung, der bestellte Bücher zu Fuß an die Kunden der Buchhandlung ausliefert und die neunjährige Schascha miteinander und mit "ihren" Kunden umgehen. Begleitet werden sie dabei von einer Katze namens Hund. Vielleicht ist es eine der wesentlichensten Fähigkeit von Büchern, Einsamkeit zu beseitigen. Jedenfalls haben die von den Beiden mit viel Nächstenliebe ausgelieferten Bücher diese Wirkung auf ihre Leser. Das Buch von Carsten Henn macht Lust, weitere Bücher von diesem Autor zu lesen, als da wären "Der Geschichtenbäcker",  "Eine Prise Sterne", "Die letzte Reifung" und "Tod und Trüffel".  

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern

Erscheinungsdatum: 5.2.2019   Rezensionsdatum: 19.3.2023

Verlag: Katapult ;  Format: gebundenes Buch ; Seitenzahl: 208 ;  ISBN 10: 3455005381 

Ein außergewöhnliches Sachbuch, das verblüffende Erkenntnisse auf einfachste Art und Weise vermittelt. Mit solchen Karten hätte mir der Erdkundeunterricht in der Schule mehr Spaß gemacht. Um nur wenige von den 100 herauszugreifen: Hätten Sie geglaubt / haben Sie gewusst, dass die gesamte Weltbevölkerung von derzeit 7,6 Milliarden Menschen  - vorausgesetzt 2 Menschen würden sich nebeneinanderstehend einen Quadratmeter teilen, was für Versammlungsstätten eine gängige Größe ist - eine Fläche von nur 62 x 62 Kilometern einnehmen würden. Die 3.844 Quadratkilometer, die man dafür benötigte, würden nur wenig über die Grenzen des Saarlandes (2.570 qkm) hinausreichen.  Oder, dass man nur eine einzige Fläche auf dem Atlantik von 1.500 x 1.500 km benötigen würde, um die gesamte (!) Welt mit Strom aus Windkraft zu versorgen. Sehr anschaulich auch die Doppelseite, die die Länder der Welt nach ihrer Größe darstellt: von den riesigen Ländern wie Russland, Kanada, China, USA bis zu den kleinsten wie auf der Buchseit kaum noch zu erkennenden Ländern wie Israel, Slowenien oder Kuwait. Solche vergleichende, bildliche Darstellungen bis zum geographischen Unterschied zw. Semikolon und Strichpunkt, bis zu einer Weltkarte, die den Alkoholkomsum der Bevölkerung der Länder darstellt u.v.a.mehr, lassen einen gemütlich und wissbegierig durch die 208 Seiten blättern. 

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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Ferdinandvon Schirrach

Nachmittage

Erscheinungsdatum: 24.8.2022   Rezensionsdatum:  5.3.2023

Verlag: Luchterhand Literaturverlag ;  Format: gebundenes Buch ; Seitenzahl: 176  ;  ISBN 10: 3630877230

26 Geschichten, manche kaum eine Buchseite füllend, wie z.B. die Nr. 9 oder 11; manche über 20 Seiten lang, wie die Nr. 8. Überhaupt die Nr.8: Sie ist meine Lieblingsgeschichte, weil erst im letzten Absatz alles klar wird. So wie auch bei der Nr. 18 oder bei der Nr. 12, wo es gar das letzte Wort ist, das die ganze Geschichte ausmacht; sozusagen die Quintessens de luxe . Die 16 ist richtig spannend. Dann aber auch mal, wie die Nr. 17, zunächst völlig Unzusammenhängendes auf 2 Seiten zusammengequetscht und es bleibt dem Leser überlassen, den Zusammenhang zu erkennen. Bei anderen - wie der Nr. 23 und 24 - fehlt ein Highlight am Schluss und der Autor lässt den Leser etwas ratlos zurück. Insgesamt allemal ein lesenswertes, weil "Denkanstöße gebendes Buch". Die Lektüre lohnt sich.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

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Christoper Kloeble 

Das Museum der Welt

Erscheinungsdatum:  20.08.2021 ;  Rezensionsdatum:  2.1.2023

Verlag: dtv ;  Format: Taschenbuch ; Seitenzahl: 528 ;  ISBN 13: 978-3-423-14805-4
Das Buch erzählt die Geschichte, besser gesagt die Abenteuer, eines 12-jährigen, eigensinnigen Waisenjungen aus Bombay (heute Mumbai) in den Jahren 1853/1854. Es ist somit ein Abenteuerroman. Noch treffender ist es als Schelmenroman zu bezeichnen (wird doch ein solcher dadurch gekennzeichnet, dass er schildert, wie sich der aus unteren gesellschaftlichen Schichten stammende Hauptakteur in einer Reihe von Abenteuern durchs Leben schlägt und dabei seine niedere Geburt zu überwinden versucht, indem er permanent nach Aus- und Aufstiegsmöglichkeiten sucht). Und weil neben dem Waisenjungen namens Bartholomäus die drei Brüder Hermann, Adolf und Robert Schlagintweit Hauptakteure sind, ist es auch ein Reisebericht, ein Historienroman und fast auch ein Sachbuch; denn die beschriebene Forschungsreise dieser 3 zu Zeiten Alexander von Humboldts durch Indien fand tatsächlich (so oder so ähnlich) statt.
Und der Leser lernt etwas über die politischen Verhältnisse in Indien in dieser Zeit. Speziell über die britischen Kolonialherren in Form der East India Company, die Mitte des 19. Jahrhunderts bereits seit rund 200 Jahren ganz Indien kontrolliert. Bartholomäus führt ein qualvolles Leben im Waisenhaus. Er ist intelligent; spricht verschiedene Sprachen, was ihm dazu verhilft, dass die drei Forscher aus Bayern ihn als Dolmetscher mitnehmen. Zwischen Bartholomäus und Adolph Schlagintweit entwickelt sich eine besondere Beziehung.
Es ist ein überraschendes, ein eigenwilliges Buch, oft bizarr und seltsam. Kritisch anzumerken ist, dass der Lesefluss häufig dadurch gestört wird, dass der Autor auf wörtliche Rede in Anführungszeichen verzichtet. Sätze wie z.B. Wer ist da?, fragte sie (also mit Komma hinter Frage- oder Ausrufezeichen und das mehrfach hintereinander) würde man einem Grundschüler nicht durchgehen lassen.
Mein zweiter Kritikpunkt: es fehlt ein Glossar, der die vielen für einen Europäer fremdartigen Ausdrücke und Bezeichnungen listet und erläutert. Oder wissen Sie was die Vickys, eine Baramahda, Diwali, eine Diya, ein Maharaja, Urdu, Gujarati, ein Harami usw. sind?
Drittens ist anzumerken, dass es das Geheimnis des Autors bleibt, wieso ein 12-jähriger Waisenjunge neunmalklug erklären kann, dass - um nur ein Beispiel zu nennen - Holismus eine Ganzheitslehre ist, der die Vorstellung, dass Systeme und ihre Eigenschaften, als Ganzes und nicht nur als Zusammensetzung ihrer Teile zu betrachten sind, zugrunde liegt.
Fazit: ein durchaus geschichtlich lehrreiches, oft (zu) skurriles, geheimnisvolles, nicht immer leicht zu lesendes Buch.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Andrea De Carlo 

Wenn der Wind dreht

Erscheinungsdatum: 23. September 2008  Rezensionsdatum:  13.12.2022

Verlag: Diogenes ; Format: Taschenbuch ;  Seitenzahl: 432  ;  ISBN 10: 3257237839 

Das Buch schildert eine unglaubliche Geschichte, die vier erfolgsverwöhnte, der Mailänder Oberschicht zuzuordnenden Personen erleben, als sie sich mit einem Immobilienmakler in einem Multivan auf eine Fahrt nach Umbrien begeben, um dort zum Verkauf stehende Häuser auf dem Lande zu besichtigen. Die vier, das sind das Ehepaar Enrico und Luisa Guardi, er Architekt und sie Buchverlagslektorin, sowie Arturo Vannucci, seines Zeichens Inhaber eines Möbelgeschäfts und die TV-Entertainerin Margaritha Novelli; der fünfte im Auto ist der der Makler Alessio Cingaro, der - seine Provision vor Augen – während der Anreise nicht müde wird, seine Kunden von den Vorzügen der Immobilien und dem entspannten Leben auf dem Lande überzeugen zu wollen.

Nach ersten Meinungsverschiedenheiten über der Frage, ob am Zielort erst das Hotel bezogen werden und die Besichtigung der Häuser am Folgetag erfolgen soll oder ob man doch noch vor Einbruch der Dunkelheit – über deren Zeitpunkt auch unterschiedliche Meinungen bestehen - zu den Objekten fahren soll, kommt es zu einer folgenschweren Autopanne, die eine Weiterfahrt in der zwischenzeitlich eingebrochenen Nacht nicht zulässt. Mit der Reaktion von Margaritha gegenüber dem am Steuer sitzenden Vannucci, der ihres Erachtens die Panne verursacht hat, werden der zunächst beim Start noch ungezwungenen Atmosphäre weitere Risse zugefügt. Die 5 müssen das Auto stehen lassen und in der Dunkelheit und Einsamkeit bei Regen ihren Weg zu Fuß (hierfür war keiner gerüstet) fortsetzen.  Sie streben als einzig möglichen Zufluchtsort Lichter am Waldrand an. Natürlich nicht ahnend, dass ihr Aufenthalt dort so enden wird, wie er endet. An den Gehöften angelangt treffen sie auf Mirta und Gaia und Arup und Lauro sowie die Kinder Aria und Icaro. Die plötzliche Erkenntnis, dass es sich bei den Gebäuden um exakt die handelt, die die 4 zwecks möglichem Erwerb besichtigen wollen, trifft diese wie ein Paukenschlag.

Auch die Leute mit den altertümlichen Namen und ebensolcher Kleidung, Hausrat und Werkzeug, die sich widerrechtlich in den von den ursprünglichen Bewohnern verlassenen Häusern ohne Strom und fließendes Wasser einquartiert haben, um darin ein vom Verzicht auf jeglichen Luxus, mehr noch ein von der Abkehr von allen modernen Errungenschaften geprägtes Leben in totaler Abgeschiedenheit zu führen, sind geschockt. Dennoch legen die Aussteiger zunächst eine gewisse Gastfreundschaft an den Tag. Mit dem Verlauf jedoch werden die unterschiedlichen Ansichten immer deutlicher und die zwischenmenschlichen Probleme immer größer. Auch die Gefühle der so unterschiedlichen Akteure und Charaktere nehmen immer breiteren Raum ein und bestimmen immer mehr deren Reden und Tun.

Schließlich wird neben der materiellen Rückständigkeit der Bewohner eine moralische Rückständigkeit, mindestens bei deren Gästen immer deutlicher. Vergangenes wird in Erinnerung gebracht, um sich gegenseitig zu denunzieren und schlecht zu machen.  Letztlich eskaliert es zwischen den 5 Mailändern immer mehr.

Als Bewertung ist festzuhalten: Mit dem Szenario der Anreise beginnt der Roman zunächst etwas langatmig. Die Szenen mit den 5 Dauertelefonierenden im Auto nerven etwas. Spannend wird es, als sich nach der Autopanne herausstellt, dass die Gebäude, die die 5 in ihrer Not zu Fuß ansteuern, genau die sind, die diese erwerben wollten. Das überrascht den Leser an dieser Stelle (zugegebenermaßen ging es zumindest mir so) und das baut unvermittelt einen Spannungsbogen auf, der im Folgenden noch sehr viel mehr gespannt werden wird. Kleine Punktabzüge erhält das Buch, weil die Dialoge manchmal etwas gestelzt rüberkommen und manche Schilderungen etwas zu langatmig sind. Insgesamt jedoch eine absolute Leseempfehlung. Und beim Lesen stellt man sich stets eine Verfilmung des Romans vor und das spricht ebenfalls für dieses Werk.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss
sehr lesenswert 

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Tommy Jaud