Buchrezensionen von  ...
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Eberhard Landes
Meine ganz privaten Literaturempfehlungen (Bücher, die ich einpacken werde, wenn ich reif bin für die Insel) sind:
"Bildung" von Dietrich Schwanitz (weil ich mich wohl auch dann noch wundern werde, was ich alles nicht weiß),
"Sturz ins Leere" von Joe Simpson (weil es so unbegreiflich ist, was Joe Simpson erlebt hat),
"Qi Gong" von  Kenneth Cohen (weil es so viele Geheimnisse in sich birgt),
"Allein auf den Everest" von Göran Kropp (weil er meine Hobbies Radfahren und Klettern "brutalst möglich" kombiniert hat),
"Narziß und Goldmund" von
Hermann Hesse (weil es mir von allen Klassikern das liebste Buch ist).
Und dann natürlich all die guten (... und zum Vergleich evtl. auch die nicht so guten) Bücher, die ich hier rezensiert habe.
Klicken Sie unten entweder auf  die verlinkten Namen der  Autoren oder auf die Links zu den Buchtiteln:

Belletristik

 

Sachbücher


Liste der

82
Autoren

 
Liste der
115
Titel

 
Liste der
33
Autoren

 
Liste der
34
Titel

Alanyali, Iris
Aramburo, Fernando


Bambaren, Sergio
Bettinger, Martin
Beigbeder, Frederic
Binding, Tim
Borger und Straub
Bourdouxhe
, Madeleine
Breloer, Heinrich
Bryson, Bill
Brown, Dan
Buhl, Marc

Carofiglio, Gianrico
Coello, Paulo
Cross, Donna W.



Dusse, Karsten
Dische, Irene
Dörrie, Doris
Drokur, Bernhard

Dürrenmatt, Friedrich


Eggers, Dave
Eschbach, Andreas


Falk, Rita
Ferrera Catalina
Fitzek, Sebastian
French, Nicci
Fried, Amelie



Genzmer, Herbert
Gruber, Lilli



Hammesfahr, Petra
Hasselmann, D.O.
Helfgen, Heinz
Hesse, Hermann
Heidenreich, Elke
Hoffman, Jilliane
Houellebecq, Michel

Illies, Florian

Jaud, Tommy
Jensen, Carsten
Jonasson, Jonas
de Jong, Wilfried

Kehlmann, Daniel
Klüpfel, Volker
Klonovsky, Michael
Kobr, Michael
Krächan, Brigitte
Kuhlmann, Heinrich

Leon, Donna

Mann, Thomas
Mankell, Henning
Mayle, Peter
Mercier, Pascal
Metzenthin, Melanie
Meyerhoff, Joachim
Moore, Tim
Morgan, Marlo
Mosley, Walter
Münzer, Hanni



Rademacher,  Cay
Rath, Hans

Read, Oliver
Rech, Kerstin
Rosendorfer, Herbert
Roth, Philipp

Safier, David

Schätzing, Frank
Schauhoff, Frank

Schlink, Bernhard
Schreiber, Claudia
Schröder, Bernd

Seltmann, Ingeborg
Suter, Martin

Tschirnt, Christiane
Tuma, Thomas
Twilfer, Kai


Williams, John
Wagendorp, Bert
Walser, Martin
Weiler, Jan



 Zafon, Carlos Ruiz
Zeh, Juli
Zweig, Stefan
  Absterbende Gemütlichkeit
Achtsam Morden
Alle Toten fliegen hoch - Amerika
Allmen und die Libellen
Alpenpässe und Anchovis
Anleitung zum Unschuldigsein
Antonio im Wunderland
Auf der Suche nach Marie

Belas Sünden
Beerholms Vorstellung
Breaking News
Bücher, Alles was man lesen muss

Cliffhanger
Cupido

Dampfnudelblues

Das Erbe
Das Gesetz der Lagune
Das Jesus Video
Das perfekte Spiel
Das selbstfahrende Bett
Das sterbende Tier
Das weiße Segel
Das Wochenende

Der Alchimist
Der Circle
Der
Dämon und Fräulein Prym
Der letzte Weynfeldt
Der monderne Mann
Der
Verdacht
Der Schwarm
Der Teufel von Mailand
Der weiße Schmetterling
Der Zauberberg

Die Analphabetin, die rechnen konnte
Die blaue Reise
Die große
Umwendung
Die
Heimkehr 
Die dunkle Seite des Mondes
Die Liebhaber meiner Frau
Die Päpstin
Die rote Antilope
Die schwedischen Gummistiefel
Die
Therapie
Die
Schachnovelle
Die Vermessung der Welt
Die Zeit, die Zeit

drei sieben fünf

Ein Liebhaber ungerader Zahlen
Ein Mann und sein Rad
Ein Strand für meine Träume
Ein perfekter Freund
Emmas Glück
Encore  Provence
Erntedank

Flugangst7A

Großmama packt aus

Heute keine Schüsse
Höhenangst
Honigtot    
Horst allein zu Haus

Ich radle um die Welt
Illuminati
Im Gehege
Im Lautlosen
 In meinem kleinen Land

Kalte Rache

Land der Wunder
Lautlos
Lea
Letzte Etappe Mont Ventoux
Liebesfluchten

Mallorca, ein Jahr
Mehr Zeit mit Horst

Mein Jahr in der Provence
Mieses Karma
Milchgeld
Mörderischer Mistral
Monolog in Schwarz

Nachtzug nach Lissabon
Narziß und Goldmund
Neununddreissigneunzig
Nullzeit

Patria
Picknick mit Bären

Rasmussens letzte Reise
Rauhnacht

Rechtspfleger Grothjahn
Reise in die Nacht
Resturlaub
Ruhm

Sankt Martin
Schantall, tu ma die Omma winken
Seegrund
Small World 
Solange es Schmetterlinge gibt
Spanische Delikatessen
Spiel des Engels
Stoner
Streifzüge durch das Abendland

Tod eines Kritikers 
Traumreisende

Tyll

Überleben 
Und Gott sprach: Wir müssen reden
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch
Und Gott sprach: Du musst mir helfen
Und was wird aus mir
Unterleuten

Unterwerfung 

Ventoux
Verborgene Laster und andere
Geständnisse

Verschwiegene
Kanäle
Vollidiot

Wann wird es endlich wieder so
wie es nie war

Winterkartoffelknödel
 







Bryson, Bill
Berggruen, Heinz
Brumme, Christoph



Erat, Elena u. Materne, Peter


Durrell, Lawrence

Grönemeyer, Dietrich
Gottschalk, Thomas

Harrer, Heinrich 
Häusler, F. Richard

Iding, Doris

llies, Florian

Kerkeling, Hape
Klonvosky, Michael
Koldehoff, Stefan



Maso, Benjo




Penn, Robert
Plaum, Wätzold
Poser, Manfred

Rech, Kerstin
Reich-Ranicki, Marcel
Röhm, Uli



Scherer, Klaus
Schirrmacher, Frank
Schmidt, Helmut
Schmidt, Walter 
Sick, Bastian
Sieböck, Gregor
Steinbrück, Peer

Timm, Tobias

Voigt, Wilfried

Wickert, Ulrich
Winchester, Simon
 

111 Gründe, das Radfahren zu lieben

1913

Alles ist Yoga  
 Am Ende der Eiszeit

Das Methusalem-Komplott


Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 2-
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 3-
Der kleine Medicus
Der satirische Kreuzfahrt-Flüsterer
Der Weltenwanderer
Der Mann, der die Wörter liebte
Der Schweiß der Götter

Die Wiki-Revolution

Eine kurze Geschichte von fast allem

Falsche Bilder - Echtes Geld


Hauptweg und Nebenweg
Herbstblond

Ich bin dann mal weg
Ich lenke, also bin ich
In der Provence

Lebenswerte


Mein Leben (Reich-Ranicki)
Mein Leben (Harrer)

Praktische Personalführung 


Radfahren
Radsport furios
Radabenteuer Welt

Spektakuläre Kriminalfälle im Saarland

Tatort Autobahn


Vom Glück auf zwei Rädern
Vom Glück Franzose zu sein


Zeit zu handeln
Zug um Zug





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 Heinrich Breloer u. Frank Schauhoff

 Mallorca, ein Jahr

Erscheinungsdatum: 1995 ;   Rezensionsdatum: 01.02.2020

Verlag:  Kiepenheuer&Witsch;  Seitenzahl: 320 ;  ISBN 13: 978-462-30936-2
Aus Anlass eines bevorstehenden Mallorca-Aufenthalts griff ich wieder zu diesem Buch, das schon so lange im Regal steht. Auch das verschwommene Aquarell auf dem Einband machte mir Lust, das Buch wieder zu lesen.
Es handelt von einem Fernsehjournalisten, Michael Weidling, der anl. eines Interviews mit Kanzler Kohl in der Bonner Zeit unserer Republik plötzlich einen Blackout erleidet und infolgedessen keinen vernünftigen Satz mehr zustande bringt. Dies zeigt ihm, dass er eine Auszeit benötigt. Die nimmt er sich, indem er Mallorca bucht und zwar von Oktober bis Oktober, also für ein Jahr.
Zunächst im Haus von Bekannten im Norden (er muss begreifen, dass Lluc Alcari nicht Llucmajor ist), lernt er insbesondere mit Toni und Tomeu schnell Einheimische kennen, die zu Freunden werden. Sie bringen ihm die Teile der Insel, die nicht jeder Tourist kennt, näher; also das Landesinnere und die Menschen, die dort leben. Es geht auch viel um Sitten und Gebräuche, ums Essen und auch um die mallorquinische Sprache. Nachdem Michael den Sommer in einem Häuschen am Meer im Süden (Ses Covetes)  verbracht hat, gelingt es ihm sogar,  ein  Haus in der Nähe von  Randa  zu kaufen, es zu renovieren und sein Glück wird vollkommen, als sich auch die von ihm angehimmelte Mar zu ihm bekennt. Nach einem Jahr kehrt er - mit dem Wissen, dass er vom Rheinland in 3 Stunden in seinem neuen Refugium sein kann - zurück in den Beruf. 
Fazit:  ein machmal zwar etwas kitschiges und  klischeehaftes  Buch mit meist idealisierten Handlungsabläufen; aber manchmal  auch ein informatives Buch, das nett und kurzweilig zu lesen ist und evtl.  Anregungen für eigene Ausflüge/Radtouren enthält. Und ein bisschen Spanisch lernt man auch noch dabei. Mann sollte aber auch stets bedenken, dass das Buch nunmehr bereits 25 Jahre alt ist.
Meine geteilte Bewertung: lohnt sich bedingt zu lesen. Nämlich speziell vor oder während eines Aufenthaltes auf der Insel, um noch etwas von der Atmosphäre zu erleben bevor Mallorca "zum 17. Bundesland" wurde.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich bedingt

es gibt Besseres

Zeitverschwendung


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Christoph Brumme

  111 Gründe, das Radfahren zu lieben


 Erscheinungsdatum: 01.05.2014  ;   Rezensionsdatum: 16.01.2020

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf ;  Seitenzahl: 277  ;  ISBN 13: 978-3862653607 

Um es ausnahmsweise mal vorweg zu nehmen: Freunde klassischer Literatur übers Radfahren, wozu die hier rezensierten Bücher ... zu zählen sind, sowie fesselnder Radreiseberichte, wofür die hier ebenfalls rezensierten  ...
besonders hervorzuhebende Werke darstellen, werden sich mit diesem Buch und dem Schreibstil des Autors und Ukrainekenners schwer tun und in der Folge von dem Buch enttäuscht sein.  

Die Gründe liegen darin, dass der Autor häufig etwas verwirrt daherkommt und es zuweilen danach aussieht, dass er zusammenhanglos und ohne roten Faden was runterschreibt. Auf Etappe 4, Seite 70/71, lässt er  z.B. unter der Überschrift / dem Grund 23 "Weil man als Radfahrer die wahren Feinde erkennt" (!) seinen Frust über sein Jobcenter raus.

Dann sind da die vielen Textpassagen, die wohl noch aus dem Philosophiestudium des Autors stammen und die er nach Lust und Laune als Füllsel gebraucht. Sowas erwartet der am Radfahren, an Radreisen interessierte Leser nicht und braucht er nicht.  Die Gründe 27 und 88 sind nur 2 Beispiele von vielen hierfür. Die Ausführungen über Anthropologie, Carlos Castaneda, Dostojewski und Borderline auf Seite 219 kann der geneigte Leser vermutlich auch nach 3-maligem Lesen dem Kontext nicht zuordnen.  

Zuweilen kommt man nicht umhin, zu vermuten, dass der Autor nicht nur beim Radfahren sondern auch beim anschließenden Schreiben zu viel Marihuana genascht und/oder zu viel an der Wodkaflasche genuggelt hat. Quelle für Erstere Vermutung: Grund 78 auf Seite 196. Quelle für zweite Vermutung: Zahlreiche im Buch. Grund 92 ab Seite 227 wird hier nur als ein Beispiel solcher Kapitel genannt.

Negativ ist auch anzumerken, dass Brumme davon erzählt, dass er viel fotografiert habe und dass er sich habe fotografieren lassen, aber keines dieser Fotos in dem Buch abgebildet ist. Die Fotos hingegen, die in dem Buch enthalten sind, sind mehr oder weniger nichtssagend, ohne Bezug zu der jeweiligen Etappe und den durchaus anerkennenswerten 6 Fahrten von Berlin an die Wolga, die dem Buch zugrunde liegen. Das mag ja Verlagsvorgaben o.ä. - und damit nicht dem Autor - geschuldet sein; mich hat`s gestört und zu meiner Gesamtbewertung beigetragen.
Apropos Verlag: Im Vorwort führt C. Brumme aus, dass das Buch auch den Titel tragen könnte "Wie ich ein glücklicher Mensch wurde": Ich kann ihm nur zustimmen; das hätte in der Tat besser gepasst.

Um noch einen positiven Touch einzubringen: Vielleicht hat man mehr davon,  das Buch nicht wie einen belletristischen Roman an einem Stück zu lesen, sondern sich stattdessen täglich einen Grund einer Etappe herauszupicken. Auch wenn man dann 111 Tage braucht. Dann kann es als "philosophischer Denkanstoßgeber" durchgehen und dann kann der eine oder andere Gedanke des Autors möglicherweise beim Leser seine Wirkung entfalten (Daher hier auch der Rubrik Sachbuch zugeordnet).
Dennoch kommt das Buch über eine Einstufung "Es gibt besseres" (ergänzend ist hinzuzufügen: speziell im Genre Radreiseberichte - siehe oben)" nicht hinaus.
 

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung


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Hans Rath

  Und Gott sprach: Du musst mir helfen


Band 3 der Jakob Jakobi Trilogie ; Erscheinungsdatum: 21.10.16  ;   Rezensionsdatum: 30.12.19

Verlag: Rowohlt Taschenbuch ;  Seitenzahl: 288  ;  ISBN 13: 978-3499271427

Nach Band 1 „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ und Band 2 „Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!“ ist auch Band 3 der Jakob-Jakobi-Trilogie von Hans Rath mit dem Titel „Und Gott sprach: Du musst mir helfen!“ sehr kurzweilig und mit vielen amüsanten Dialogen gespickt.
Der Erzählstrang schließt zunächst an Band 1 an und führt im Verlauf u.a. dazu, dass Gott glaubt, wer sich in Band 2 so erfolgreich dem Teufel widersetzt hat, habe das Zeug zu einem neuen Messias. Sie merken: Natürlich geht es auch in diesem Band der Trilogie wieder höchst skurril zu. Um nur  3 von vielen Szenen zu skizzieren, z.B. wenn ...
  • Jakob Jakobi mit Logik und Rhetorik gespickte Unterhaltungen im Ganovenmilieu führt; selbst Skinheads, die ihn mit Messern bedrohen, erfolgreich „philosophisch-juristisch-psychologische“ Vorträge hält oder 
  • überrascht ist, dass der Teufel an seiner Wohnungstür klingelt während er gerade mit Gott telefoniert oder 
  • mit einem syrischen Flüchtling über dessen Sprachkompetenzniveau C1 im Vergleich zu C2 spricht, nachdem ihm selbst gerade die Schneidezähne ausgeschlagen wurden. 
Wessen Begeisterung für das Phantastische hierfür nicht ausreicht, der sollte halt zu einer anderen Art Buch greifen. Wer aber erkennt, dass zwischen all dem Ulk und Schabernack und all der Ironie ganz oft Lebensweisheit, Hintersinn und Tiefgang stecken (sei es zu den Themen Tierschutz, Migrantenintegration, Veganismus, Seelsorge, soziale Schichtung in unserer Gesellschaft u.a.m.), der wird das Buch nach der Lektüre mit einem Schmunzeln ins Regal stellen und darauf hoffen, dass Hans Rath möglicherweise gerade über Band IV der Jakob-Jakobi-Reihe mit dem Titel „Und Gott sprach: …“ brütet. Denn besonders lobenswert ist, dass in dieser Reihe das Niveau nicht – wie das bei Fortsetzungen leider so oft der Fall ist – von Band zu Band abfällt.
Und last but not least ist anzumerken, dass die Idee des Autors (pardon: die Idee Gottes, oder war es Abel Baumann?), die 10 Gebote auf ein neues Gebot „Du sollst nicht gleichgültig sein“ zu verdichten, jeden Lesern ansprechen sollte. Ich persönlich kann mir dieses Gebot z.B. auch als Kernaussage einer Predigt von der Kanzel einer katholischen Kirche recht gut vorstellen.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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Hans Rath

  Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!


Band 2 der Jakob Jakobi Trilogie ; Erscheinungsdatum: 30.10.15  ;   Rezensionsdatum: 23.12.19

Verlag: Rowohlt Taschenbuch ;  Seitenzahl: 304  ;  ISBN 13: 978-3499268601

In meiner vorausgeganenen Rezension  zu "Und Gott sprach: Wir müssen reden" (Band 1 der Jakob JakobiTrilogie)"  hatte ich ja bereits die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass der Autor nicht sein ganzes Pulver dort  verschossen hat , sondern sein Ideenreichtum für einen weiteren Band, möglicherweise für 2 weitere Bände ausreichen wird. Hans Rath hat mich nicht enttäuscht. Der Folgeband ist nicht - wie das so oft bei solchen Reihen der Fall ist - die Verwertungsstelle für alles was nicht gut genug war, um in Band 1 seinen Platz zu finden; nein er ist mehr.  Band 2 bleibt natürlich im Genre, ist mit derselben Art von speziellem, schwarzen Humor geschrieben, die man mögen muss, um das Buch gut zu finden. Er knüpft blasphemisch an die Thematik an, bleibt auch  beim Hauptakteur, dem Psychotherapeuten Dr. Jakob Jakobi;  kehrt aber einen weiteren Hauptaktuer sozusagen um 180 Grad um.  Es ist vielleicht nicht zwingend, aber auf jeden Fall  besser,  vor Band 2  Band 1 gelesen zu haben.  Dann versteht man besser, dass Abel Baumann jetzt Anton  Auerbach ist und sich neben dem Namen auch so einiges Andere an ihm total geändert hat, während Jakob Jakobi von ähnlichen Zweifeln und Ängsten wie in Band 1 geplagt wird. Es macht Spaß zu lesen, wie mittelalterliches Denken und religiöse Gebräuche dieser Zeit  (Stichwort Exorzismus)  in die heutige Zeit transferiert werden, wobei strenggläubigen, nicht mit Humor gesegneten Katholiken von der Lektüre wohl doch eher abzuraten ist. In meiner persönlichen Bewertungsskala eine Stufe tiefer als Band 1, da Band 2 so ab der Buchmitte doch etwas langatmig wirkt. Dennoch: für meinen Teil gilt: Band 3 "Und Gott sprach: Du musst mir helfen!" wird auch gelesen.

Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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Hans Rath

  Und Gott sprach: Wir müssen reden!


Band 1 der Jakob Jakobi Trilogie ; Erscheinungsdatum: Nov. 2013  ;   Rezensionsdatum: 4.12.19

Verlag: Rowohlt Taschenbuch ;  Seitenzahl: 288 ;  ISBN 13: 978-3499259814

Es beginnt damit, dass der finanziell angeschlagene und vom neuen Mann seiner Exfrau soeben zusammengeschlagene Psychotherapeut Dr. Jakob Jakobi – beim durch den K.O. notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt - auf einen Zirkusclown trifft, der sofort sein Patient werden will und der dabei überzeugt von sich behauptet, er sei Gott.  Skurril hoch drei, hört sich das an. Zu skurril um weiterzulesen, meinen Sie? Da kann ich Sie nur warnen, denn Sie werden sich wundern, wie tiefsinnig, zugleich lustig, und wie lesenswert die Geschichte noch wird. 

Dass Abel Baumann – so der Name des neuen Patienten mit seinem schier unglaublichen Wahn – nach Lust und Laune die Rolle eines Chefarztes, die eines Flugkapitäns einer Passagiermaschine ausfüllen kann , auch schon mal im Hochsicherheitstrakt eines AKW festgenommen wurde und tatsächlich wundersame Dinge bewirken kann, steigert nur die Lust  weiterzulesen, um zu erfahren, wer er wirklich ist. Zur weiteren Spannung trägt dann auch bei, dass Baumann zwischendurch immer mal wieder was aufblitzten lässt, was Zweifel daran säht, ob es sich bei dem, was er erzählt denn „nur“ um einen erneuten psychotischen Schub handelt. Bei allem Amüsement der Episoden, die Jakob und Abel erleben, kommt immer wieder auch der ernste Hintergrund der Szenen zum Vorschein. So z.B. bei dem Zusammentreffen von Jakob Jakobi mit Abel Baumanns leiblichen Sohn im Kloster, um nur ein Beispiel zu nennen. Und wer Therapeut und wer zu Therapierender ist wird zunehmend in Frage gestellt.

So unterschiedliche Themen wie Religion, Kriminalistik, Psychologie, Familienliebe, Investmentbanking, Gesellschaftskritik und vieles andere mehr treffen hier auf  ganz, ganz viel Phantasie des Autors, der uns diese Zutaten nicht als gerührter Eintopf, sondern als gelungenes Menü, präsentiert

Klar macht das Lust, auch „Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch! (Die Jakob-Jakobi-Bücher, Band 2) sowie „Und Gott sprach: Du musst mir helfen! (Die Jakob-Jakobi-Bücher, Band 3)“ zu lesen und darauf zu hoffen, dass das Pulver des Hans Rath nicht im Band 1 verschossen ist, sondern für eine Trilogie reicht . Aber da bin ich mir fast sicher.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung


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Thomas Tuma

  Der moderne Mann


Erscheinungsdatum: 26.8.16  ;   Rezensionsdatum: 21.11.19

Verlag:  Gabal ; Seitenzahl: 120 ;  ISBN 13: 978-3869367286

50 Kolumnen aus dem Handelsblatt, Düsseldorf,  sind in diesem Büchlein auf 120 Seiten zusammengefasst. Hauptprotagonist ist Herr K., der  laut seiner Frau von Beruf "Senior Consultant Key Account Irgendwas" ist und als solcher im mittleren Management eines mittleren Unternehmens tätig ist.  Bravourös gelingt es Thomas Tuma, die teilweise überspitzten, ausufernden, mit Anglizismen durchsetzten Modernisierungsbemühungen im heutigen Büroalltag aufs Korn zu nehmen. Die Lektüre lässt an manche Anekdote des eigenen - im Falle des Rezensenten vergangenen -  Büroalltags denken und ruft Charaktere und Episoden in (verklärte) Erinnerung.
Und der meist gestresste Herr K. muss zudem abends und an den Wochenenden auch noch von Frau und  Kindern so einiges einstecken. 
Wenn man bedenkt,  dass dieses Büchlein für sage und schreibe 1 Euro (das entspricht nach einer Radtour 2 Schluck Weizenbier im  Biergarten)  in Buchhandlungen ausliegt, dann lohnen sich Kauf und Lektüre allemal. Mir hat es Spaß gemacht.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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D.O. Hasselmann

  Im Langboot


Erscheinungsdatum:  3.6.19 ;   Rezensionsdatum: 2.10.19
Verlag: TWENTYSIX

Format: Kindle ;  ASIN: B07SNFXH5K
Seitenzahl der Printausgabe:  261


Im Jahr 1841 heuert der junge schwedische Matrose Alexander Holmes in Liverpool auf dem Segelschiff William Brown an. Es soll Menschen über den Atlantik bringen, wo diese sich eine bessere Zukunft als in dem von Hungersnot und Armut geprägten England erhoffen.
Schon die ersten Szenen, in denen der Steuermann Francis Rhodes "auf die Bühne tritt", lassen den Leser erkennen, welch schlechter, ausschließlich von Profitgier und dem Streben nach Ruhm geprägter Charakter da daherkommt. Früh erkennt Alexander Holmes, dass es Rhodes´ Fehler ist, nicht die damals übliche Route zu nehmen, die von England nach Süden an Spanien und den Kapverden vorbei geführt hätte, um dann nach Westen in Richtung Karibik zu segeln. Er ist sich sicher, dass die von Rhodes geplante kürzere, wesentlich weiter nördlich verlaufende Route in Richtung Neufundland viel zu gefährlich ist und sorgt willentlich und insgeheim für einen nach Süden abweichenden Kurs, um  eine Kollision mit einem Eisberg zu verhindern. Die unmenschliche Strafe, mit der Rhodes Alexander Holmes daraufhin belegt, stellt den vorläufigen Höhepunkt dessen Unfähigkeit und Grausamkeit dar. Wer glaubt, eine Steigerung der Leiden der Passagiere und des Versagens seitens des Kapitäns und des Steuermanns Rhodes sei unmöglich, wird wiederholt eines Besseren belehrt.  Es kommt schließlich - schauen Sie das Cover des Buches - wie es kommen musste! Der Spannungsbogen beim Lesen besteht immer mehr darin, dass man insbesondere Rhodes alles erdenklich Böse und umgekehrt dem Gutmenschen Holmes, der als alle zunehmend in Panik geraten und immer hysterischer werden, Ruhe und Zuversicht bewahrt, nur das Beste wünscht.
Der Roman endet mit einem Kapitel im Gerichtssaal und es schließt sich der Kreis, indem sich das geflügelte Wort "Vor Gericht  und auf hoher See ist man in Gottes Hand" bestätigt..
Dirk Hasselmann schildert in diesem Roman sehr kenntnisreich das Leben der damaligen Zeit - zunächst in Dublin und Liverpool - und dann natürlich die unendlichen Leiden der Auswanderer an Bord des Schiffes. Sein Schreibstil macht es dem Leser leicht, sich in die Zeit und die Akteure hineinzuversetzen.
So ganz nebenbei lernt eine Landratte wie der Rezensent, der zwar Bug und Heck unterscheiden kann, aber bei Backbord und Steuerbord schon ins Grübeln kommt, was ein Fockmast, was eine Bramrah, was ein Dollbord und was ein Bugspriet ist und dass man am Sextant die Alhidade (!) entsperren muss.
Für "Im Langboot" spreche ich  eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus. Sollte Dirk Hasselmann ein weiteres belletristisches Buch schreiben - in diesem oder einem anderen Genre - so ist der Kauf schon vorgemerkt. Zunächst aber: Lesen Sie dieses Buch; denn ... es ist sehr lesenswert.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

          sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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Doris Iding

 Alles ist Yoga

Erscheinungsdatum: 2010  ;   Rezensionsdatum: 23.09.2019

Verlag: Schirner Verlag, Darmstadt

Seitenzahl der Printausgabe:  176
ISBN-13: 978-3-8434-4694-5

Yoga-Bücher gibts fast so viele wie Yoga-Matten; und davon gibt´s sehr viele. Die meisten widmen sich der richtigen Ausführung der Asanas. Diese körperliche Ausrichtung des Yoga passt besser zu unserer westlichen Welt. Das Buch hier von Doris Iding ist insofern anders als die meisten Yoga-Bücher, denn die Integration verschiedener spiritueller Traditionen in unseren Alltag bildet seinen Kern. In kurzen, zuweilen sehr kurzen, voneinander unabhängigen Kapiteln wird dem Leser jeweils eine Geschichte - die Autorin nennt sie Lebensweisheiten - präsentiert. Die Geschichten, manche lange überliefert, andere aus dem Alltag der Autorin,  regen zum Teil zum Nachdenken, zum Teil auch zum Schmunzeln  an;  manche mehr, manche weniger, das bleibt jedem überlassen. Manche enden sehr aprupt und lassen den Leser möglicherweise auch allein zurück. Ich persönlich fand es ganz amüsant im Kontext von Yoga, Ashrams und Gurus eine Beschreibung von Himmel und Hölle zu lesen, die sich von der, die Bestandteil meines christlichen Religionsunterrichts in der Kindheit war, so gut wie nicht unterscheidet. Das Büchlein lohnt sich für jeden, der an Hintergründen zum Yoga interessiert ist oder sich in puncto Achtsamkeit und Gelassenheit noch was anlesen möchte.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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Sebastian Fitzeck

 Flugangst 7a

Erscheinungsdatum:  Auflage1 : 25. Oktober 2017 ;   Rezensionsdatum: 22.09.19

Verlag:   Droemer eBook; 

Seitenzahl der Printausgabe:  401 Seiten
Format Kindle;  ASIN: 
B072NBZS2J

Ein Psychiater wird auf einem Flug  von Buenos Aires nach Berlin damit erpresst, 600 Passagiere in den Tod stürzen zu lassen, um seine entführte, schwangere Tochter zu retten.  Der seelische Ausnahmezustand von "Fitzecks Opfern", dem Vater und seiner Tochter, könnte kaum größer sein. Der Autor versteht es, den Leser an das Buch zu binden, indem er nahezu jedes der insgesamt 76 Kapitel mit einem Paukenschlag enden lässt und man so ständig wissen will, wie es danach weitergeht. Obwohl S. Fitzek zuweilen zu lange an einem Thema festhält bzw. einem Aspekt zu viel Raum überlässt,  wie z.B. die Geburtswehen der Tochter, wird der Spannungsbogen durch o.a. Schreibtechnik  gehalten. Im Verlauf des Romans verwischen sich die Konturen zwischen Täter und Opfer mehr und mehr. Nach und nach ergeben sich unerwartete Wendungen und eröffnen sich dem Leser neue Beziehungsgeflechte zwischen den Akteuren
Einer besseren Bewertung steht entgegen, dass die Story passagenweise dann doch etwas zu skurril, zu langatmig und  zu weit hergeholt erscheint.
Ausgesprochen postiiv hingegen ist anzumerken, wie interessant, amüsant und sympatisch sich der Autor in den abschließenden Anmerkungen und Danksagungen präsentiert. Summa Summarum: Der hier auch rezensierte Roman Die Therapie von Sebastian Fitzek ist besser.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung



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Melanie Metzenthin

  Im Lautlosen

Erscheinungsdatum: 11.07.2017  ;   Rezensionsdatum: 14.08.2019

Verlag:  Tinte und Feder 

Seitenzahl der Printausgabe: 516  
ISBN-13: 978-1542045964 ;  ASIN: B06XWB6HG6