Die Seite befindet sich zur Zeit in Überarbeitung, weshalb einige Graphiken ggf. nicht angezeigt werden. Ich bin bemüht, die Seite alsbald wieder in besserem Layout online zu stellen.
Buchrezensionen von  ...
EberhardLandes_Portr_20210603_ParkAndreHeller.jpg
Eberhard Landes
Meine ganz privaten Literaturempfehlungen (Bücher, die ich einpacken werde, wenn ich reif bin für die Insel) sind:
"Bildung" von Dietrich Schwanitz (weil ich mich wohl auch dann noch wundern werde, was ich alles nicht weiß),
"Sturz ins Leere" von Joe Simpson (weil es so unbegreiflich ist, was Joe Simpson erlebt hat),
"Qi Gong" von  Kenneth Cohen (weil es so viele Geheimnisse in sich birgt),
"Allein auf den Everest" von Göran Kropp (weil er meine Hobbies Radfahren und Klettern "brutalst möglich" kombiniert hat),
"Narziß und Goldmund" von
Hermann Hesse (weil es mir von allen Klassikern das liebste Buch ist).
Und dann natürlich all die guten (... und zum Vergleich evtl. auch die nicht so guten) Bücher, die ich hier rezensiert habe.
Klicken Sie unten entweder auf  die verlinkten Namen der  Autoren oder auf die Links zu den Buchtiteln:

Belletristik

 

Sachbücher


Liste der

91
Autoren

 
Liste der
130
Titel

 
Liste der
40
Autoren

 
Liste der
41
Titel

Alanyali, Iris
Aramburo, Fernando


Bambaren, Sergio
Bettinger, Martin
Beigbeder, Frederic
Binding, Tim

Borger und Straub 
Borrmann, Mechthild

Bourdouxhe, Madeleine
Breloer, Heinrich

Bryson, Bill
Brown, Dan
Buhl, Marc

Carofiglio, Gianrico
Chevalier, Tracy
Clark, Rosie M.
Coello, Paulo
Cross, Donna W.



Dusse, Karsten
Dische, Irene
Dörrie, Doris
Drokur, Bernhard

Dürrenmatt, Friedrich


Eggers, Dave
Eschbach, Andreas


Falk, Rita
Ferrera Catalina
Fitzek, Sebastian
Fleischhauer, Wolfram
French, Nicci
Fried, Amelie



Genzmer, Herbert
Goddard, Robert
Gruber, Lilli



Hannah, Kristin
Hammesfahr, Petra
Hasselmann, D.O.
Helfgen, Heinz
Hesse, Hermann
Heidenreich, Elke
Hoffman, Jilliane
Hosseini, Khalid
Houellebecq, Michel

Illies, Florian

Jaud, Tommy
Jensen, Carsten
Jonasson, Jonas
de Jong, Wilfried

Kehlmann, Daniel
Kling, Marc-Uwe
Klüpfel, Volker
Klonovsky, Michael
Kobr, Michael
Krächan, Brigitte
Kuhlmann, Heinrich


Leon, Donna

Mann, Thomas
Mankell, Henning
Mayle, Peter
Mercier, Pascal
Metzenthin, Melanie
Meyerhoff, Joachim
Moore, Tim
Morgan, Marlo
Mosley, Walter
Münzer, Hanni



Rademacher,  Cay
Rath, Hans

Read, Oliver
Rech, Kerstin
Rosendorfer, Herbert
Roth, Philipp

Safier, David

Schätzing, Frank
Schauhoff, Frank

Schlink, Bernhard
Schreiber, Claudia
Schröder, Bernd

Seltmann, Ingeborg
Suter, Martin

Tschirnt, Christiane
Tuma, Thomas
Twilfer, Kai


Williams, John
Wagendorp, Bert
Wagner, Emma
Walser, Martin
Weiler, Jan
Wollitzer, Mag



 Zafon, Carlos Ruiz
Zeh, Juli
Zweig, Stefan
  Absterbende Gemütlichkeit
Achtsam Morden
Alle Toten fliegen hoch - Amerika
Allmen und die Libellen
Alpenpässe und Anchovis
Anleitung zum Unschuldigsein
Antonio im Wunderland
Auf der Suche nach Marie

Belas Sünden
Beerholms Vorstellung

Breaking News
Bücher, Alles was man lesen muss

Cliffhanger
Cupido

Dampfnudelblues

Das Erbe
Das Gesetz der Lagune
Das Jesus Video
Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Das perfekte Spiel
Das Salzmädchen
Das selbstfahrende
Bett
Das sterbende Tier
Das weiße Segel
Das Wochenende

Der Alchimist
Der Circle
Der
Dämon und Fräulein Prym
Der Geiger
Der letzte Weynfeldt
Der Koch
Der moderne Mann
Der
Verdacht
Der Ramses-Code
Der
Schwarm
Der Teufel von Mailand
Der weiße Schmetterling
Der Zauberberg

Die Analphabetin, die rechnen konnte
Die blaue Reise 

Die dunkle Seite des Mondes
Die Ehefrau
Die große Umwendung
Die Frau mit den Regenhänden
Die Heimkehr 
Die Liebhaber meiner Frau
Die Nachtigall
Die Päpstin
Die rote Antilope
Die schwedischen Gummistiefel
Die Therapie
Die Schachnovelle
Die Schatten der Toten
Die Vermessung der Welt
Die Zeit, die Zeit

Drachenläufer

drei sieben fünf

Ein Liebhaber ungerader Zahlen
Ein Mann und sein Rad
Ein Strand für meine Träume
Ein perfekter Freund
Emmas Glück
Encore  Provence
Erntedank

Fatal Tango
Flugangst7A

Großmama packt aus

Heute keine Schüsse
Höhenangst
Honigtot    
Horst allein zu Haus

Ich radle um die Welt
Ich trampe zum Nordpol
Illuminati
Im Gehege
Im Lautlosen
 In meinem kleinen Land

Kalte Rache

Land der Wunder
Lautlos
Lea
Leere Herzen
Letzte Etappe Mont Ventoux
Liebesfluchten
Lila, Lila

Mallorca, ein Jahr
Mehr Zeit mit Horst

Mein Jahr in der Provence
Mieses Karma
Milchgeld
Mörderischer Mistral
Monolog in Schwarz

Nachtzug nach Lissabon
Narziß und Goldmund
Neununddreissigneunzig
Nullzeit

Patria
Picknick mit Bären

Qualityland

Rasmussens letzte Reise
Rauhnacht

Rechtspfleger Grothjahn
Reise in die Nacht
Resturlaub
Ruhm

Sankt Martin
Schantall, tu ma die Omma winken
Seegrund
Small World 
Solange es Schmetterlinge gibt
Spanische Delikatessen
Spiel des Engels
Stoner
Streifzüge durch das Abendland

Tod eines Kritikers 
Traumreisende

Tyll

Überleben 
Über Menschen
Und Gott sprach: Wir müssen reden
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch
Und Gott sprach: Du musst mir helfen
Und was wird aus mir
Unterleuten

Unterwerfung 

Ventoux
Verborgene Laster und andere
Geständnisse

Verschwiegene
Kanäle
Vollidiot

Wann wird es endlich wieder so
Weil ich von dir träumte
wie es nie war
Winterkartoffelknödel
 







Bryson, Bill
Berggruen, Heinz
Brumme, Christoph



Erat, Elena u. Materne, Peter


Durrell, Lawrence

Grönemeyer, Dietrich
Gottschalk, Thomas

Harrer, Heinrich 
Häusler, F. Richard

Iding, Doris 

llies, Florian

Keller, Kurt
Kerkeling, Hape
Klonvosky, Michael
Koldehoff, Stefan

Lankers, Katharina
Lorenzo, Giovanni di


Martin, Guillaume
Maso, Benjo
Moshammer, Meike




Penn, Robert
Plaum, Wätzold
Poser, Manfred
Precht, Richard-David
Prüter, Dirk

Rech, Kerstin
Reich-Ranicki, Marcel
Röhm, Uli



Scherer, Klaus
Schirrmacher, Frank
Schmidt, Helmut
Schmidt, Walter 
Sick, Bastian
Sieböck, Gregor
Steinbrück, Peer

Timm, Tobias

Voigt, Wilfried

Wickert, Ulrich
Winchester, Simon
 

111 Gründe, das Radfahren zu lieben

1913

Alles ist Yoga  
 Am Ende der Eiszeit
Auszeit in Wanderstiefeln


Bis alles in Scherben fällt

Das Methusalem-Komplott


Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 2-
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 3-
Der kleine Medicus
Der Mann, der die Wörter liebte
Der satirische Kreuzfahrt-Flüsterer
Der Schweiß der Götter

Der Weltenwanderer

Die Wiki-Revolution

Eine kurze Geschichte von fast allem

Falsche Bilder - Echtes Geld


Hauptweg und Nebenweg
Herbstblond

Ich bin dann mal weg
Ich lenke, also bin ich
In der Provence

Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

Lebenswerte


Mein Leben (Reich-Ranicki)
Mein Leben (Harrer)

Praktische Personalführung 


Radfahren
Radsport furios
Radabenteuer Welt

Schritt für Schritt zur eigenen Mitte
Sokrates auf dem Rennrad
Spektakuläre Kriminalfälle im Saarland

Tatort Autobahn



Urlaub mal anders


Verstehen Sie das, Herr Schmidt
Vom Glück auf zwei Rädern
Vom Glück Franzose zu sein


Zeit zu handeln
Zug um Zug



cover_sokrates.jpg

Guillaume Martin 

Sokrates auf dem Rennrad

Erscheinungsdatum: 24.02.2021 ;  Rezensionsdatum: 08.06.2021 

Format: Kindle;  ISBN 10:  3957260531  ; Verlag: Cavadonga ;  Seitenzahl der Printausgabe:  208


Ohne jeden Zweifel ist der 1993 in Paris geborene Guillaume Martin ein ausgezeichneter Sportsmann, ein hervorragender Radrennfahrer! Die Tour de France 2017 beendete er als 23. der Gesamtwertung. Die Tour in 2018 als 21., 2019 wurde er Gesamtzwölfter und in 2020 erreichte er seine bis dahin beste Gesamtplatzierung und wurde Elfter. Das sagt ganz, ganz viel. Dass er zudem an der Universität Nanterre ein Philosophiestudium erfolgreich abschloss ist umso anerkennenswerter.
Für mich war es reizvoll zu erfahren, ob er darüber hinaus gar noch ein guter Schriftsteller ist und ob es ihm gelungen ist, zwei derartig unterschiedliche Themenfelder wie Leistungssport und Philosophie in einem Buch sinnvoll zu verweben. Seine - letztlich doch sehr schräge - Idee war es, berühmte Philosophen unterschiedlichster Epochen und Herkunft unter Außerachtlassung ihrer Lebenszeit vor Jahrhunderten oder Jahrzehnten (Aristoteles, Platon, Sokrates, Nietzsche, Immanuel Kant, Karl Marx, Diogenes, Siegmund Freud, Heidegger, Jürgen Habermas, Heraklit, Marc-Aurel, Machiavelli, Spinoza,  (und gar Albert Einstein (!) den er auch zu den Philosophen zählt) soz. wiederauferstehen zu lassen und zu simulieren, sie seien in der Jetztzeit Mitglieder eines Tour de France -Teams !! Das Cover veranschaulicht diese verrückte Idee recht gut. Der Gedanke insges. ist jedoch sehr, sehr gewagt. Letztlich ein Experiment, das nicht so originell ist, wie es zunächst erscheinen mag und das weder zum Etappensieg und schon gar nicht zum Gelben Trikot führt.  Gar nicht passend fand ich zudem, daneben noch die Namen ehemaliger Radrennfahrer zu verballhornen (z.B. Jaques Anquepil, Rudi Altich, Erik Zadel, Jens Vogt, Jan Ullrig, …).
Dass G. Martin in einem Nachwort seine Überlegungen zu erklären – man könnte auch sagen zu rechtfertigen – versucht und gar selbst von „haarsträubender Fiktion“ (!) spricht, versöhnt mich auch nicht mit ihm und macht das Buch auch nicht zu einem kurzweiligen Lesegenuss.
Ich komme als Gesamtfazit zu "Es gibt Besseres" und ich verweise zum Beleg dafür alle Literatur- und zugleich Radsportinteressierte auf Benjo Maso "Der Schweiß der Götter" und insbes. auf Wilfried de Jong "Ein Mann und sein Rad"

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

zeigefinger.jpg


cover_ueber_menschen.jpg

Juli Zeh

Über Menschen

Erscheinungsdatum: 22.03.2021 ;  Rezensionsdatum: 10.05.2021 

Format: Kindle;  ASIN: B08MCCT78N ; ISBN 978-3-630-87667-2 ; Verlag: Luchterhand ;  Seitenzahl der Printausgabe: 417


Vorbemerkung: Von Juli Zeh stammen u.a. auch die hier ebenfalls rezensierten Werke "Unterleuten", "Schilf", "Leere Herzen" und "Nullzeit". Das Besondere an "Über Menschen" ist auf den ersten Blick seine herausragende Aktualität. Konkret seine Bezüge zur aktuellen Corona-Pandemie. Näher am Puls der Zeit kann ein Roman nicht sein! Wie schafft es eine Autorin in einen am 22. März 2021 veröffentlichten Roman so viele Aspekte einzubauen, von denen sie 12 Monate vorher keine Ahnung hatte; keine Ahnung haben konnte? Diese Einschätzung sei hier erlaubt, da Juli Zeh ansonsten nicht nur Schriftstellerin, Juristin und Richterin an einem Landesverfassungsgericht, sondern zudem hellseherische Epidemiologin sein müsste.
Inhalt und Bewertung: Dora, Marketingfachfrau, flieht aus der Hauptstadt; flieht vor dem Lockdown und vor ihrem Partner Robert, der übergangslos vom Greta-Thunberg-Anhänger zum überzeugten Corona-Mahner und zum fanatischen Verfechter aller Corona-Schutzmaßnahmen mutierte. Mit der Wandlung des Robert zeichnet Juli Zeh eine derzeitige Entwicklung in unseren Medien und in unserer gesamten Gesellschaft nach:  Die Klimakatastrophe ist nicht mehr DAS Nr.1-Thema.  Dora flieht also aus Berlin nach Brandenburg, genauer in die Prignitz im nordöstlichen Zipfel des Landes, noch genauer - und dann fiktiv - nach Bracken.  Ihr Leben wird ab da bestimmt, durch ihre Kontakte mit den an der Zahl wenigen, in ihren Strukturen um so vielfältigeren Nachbarn. Allen voran Gote, der sich selbst als Dorfnazi bezeichnet, mit seinen Kumpels beim Saufen im Garten das Horst-Wessel-Lied singt, wie sich später zeigt, gar in eine Messerstecherei verwickelt war und von daher jemand ist, mit dem Dora beim besten Willen nicht in Kontakt kommen will. Und mit dem sie in Berlin auch nie in Kontakt gekommen wäre (Zitat aus Kap. 50:  "... die sich auf Tinder niemals begegnet wären. Dafür hätte der Algorhitmus gesorgt."). Anders in Bracken. Und dann zeigt sich, dass Gote nicht nur in dieses o.a. Raster passt, dann kommen doch auch ganz andere Charaktereigenschaften in ihm zum Vorschein. Das Besondere an "Über Menschen" - neben der oben schon erwähnten Aktualität -  ist es somit, dass es Juli Zeh gelingt, das Entstehen von Nähe zwischen zwei Menschen ungeachtet ihrer ansonsten  miserablen Übereinstimmungswerte zu schildern. Das Buch ist somit auch ein Plädoyer dafür, in anderen Menschen nicht nur das zu sehen, was einem als Erstes auf- und einfällt; ihnen auch eine Chance zu geben, aus der Schublade, in die man sie zunächst gesteckt hat, wieder ein Stück weit raus zu kommen.
Fazit: Dennoch hat das Werk hat nicht ganz die Klasse von dem hier ebenfalls rezensierten "Unterleuten". Ein Grund liegt darin, dass sich viele Kernaspekte aus "Unterleuten" in "Über Menschen" wiederholen. Zu nennen wären die Stadtflucht aufs Land, nach Brandenburg, das Trügerische an der Landidylle, die verschrobenen Mit-Dorf-Bewohner, die Buchtitel (einmal in einem Wort, hier in zwei Wörtern, aber stets ausgesprochen zweideutig) u.a.m. Punktabzug auch deshalb, weil es überfrachtend wirkt, in "Über Menschen" neben Corona auch noch das Thema black lives matter und George Floyd einzubauen. Des Weiteren ragt "Unterleuten" durch das was es zu einem - über das vorliegende Buch hinausgehenden - Gesamtkunstwerk macht (die zusätzlichen - realen und doch fiktiven - Websites und die Rolle des Manfred Gortz)  über vergleichbare Literatur hinaus. Diese ganz besonderen, zusätzlichen kreativen Merkmale fehlen in "Über Menschen".  Vielleicht ein Tribut zugunsten der Aktualität.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

zeigefinger.jpg



cover_urlaub_mal_anders.jpg

Dirk Prüter

Urlaub mal anders - Mit dem Rad von Kön nach Formentera 

Erscheinungsdatum: 17.01.2013    Rezensionsdatum: 05.04.2021 

Verlag: BookRixEdition; Format: Kindle; ASIN: B00B23DNRQ; Seitenzahl der Printversion: 221


Reiseberichte in Buchform gibt es wie Sand am Meer.  Da hat sich Dirk Prüter, der in 2011 mit seiner Frau Ute mit dem Rad von Köln gen Süden fuhr, wohl gedacht "Das kann ich auch". Ergo: schrieb er das Buch "Urlaub mal anders - Mit dem Rad von Köln nach Formentera". Im Nachhinein wirkt es fast wie eine Entschuldigung für das was dann kommt, wenn er gleich zu Beginn berichtet, dass er kein Schriftsteller, sondern Energieanlagenelektroniker ist (später nennt er Informatiker als seinen Beruf), der bisher statt Bücher Bedienungsanleitungen geschrieben hat. Ich unterstelle mal, dass er darin besser war. Meine Kritikpunkte betreffen:
  1. das unermüdliche Sich-Verlieren in die belanglosesten u. zugleich ekligen Details: Sätze wie "wo wir unsere Wasserflaschen auffüllten und uns selbst entleerten" [Pos.397] oder " ..Zwischenstopp auf eine Entleerung der Gedärme" [Pos. 457] oder "...bot sich die Möglichkeit in einem Dixiklo Dinge zu verrichten" [Pos. 2346]  oder gar "in intimer Atmosphäre ... entleerte ich in aller Ruhe meinen Darm" [Pos. 1722] will ich nicht lesen. Sie gehören ebenso wenig in solch ein Buch wie seine Lederhose [Pos. 1045] oder seine Sandalen [Pos. 1584] auf ein Fahrrad gehören! 
  2. die Rechtschreibung (vielleicht wäre das auch dem Lektorat u./o. dem Verlag anzukreiden): "Der Himmel war Wolken verhangen" [Pos. 291]; "Meine Frau stand vor mir mit Angler grünen Regenhose" [Pos. 298] oder "Beläge der Felsenbremse" [Pos.1750].
  3. die Satzstellung: z.B. wenn er über Klopapier (Der Leser weiß ja inzwischen, dass Toiletten ein Lieblingsthema des Autors sind) schreibt:  "...konnte ich auf dem Boden der Nachbarkabine liegend bewundern" [Pos. 380] und man sich fragt, wer oder was lag denn  jetzt auf dem Boden oder "Die ersten Kilometer ging es einen Etang auf Schotter entlang" [Pos. 2606] und man sich fragt, warum der Untergrund des Weihers eine Rolle spielt,
  4. der Hang gewisse Themen überzubetonen, z.B. - neben o.a. Punkt 1 - das Wetter. Natürlich weiß ich, dass bei einer Radreise das Wetter ein ganz wesentliches Thema ist, aber es in dieser Ausführlichkeit jeden und jeden Tag zu beschreiben, das muss wirklich nicht sein und nervt den Leser,
  5. die  buchhalterische - oder sollte ich sagen - kriminalpolizeiliche Genauigkeit, wenn er um nur ein Beispiel zu nennen, schreibt "wachte ich um 7.15 Uhr auf" [Pos.1473] oder wenn er jedes, wirklich jedes, An- / Ausziehen der Regenjacke für erwähnenswert erachtet,
  6. die vielen Allgemeinplätze wie z.B.  "...ging es langgezogene Hügel mühsamer herauf als herab..." [Pos. 1486]. Welch eine revolutionierende Erkenntnis!
  7. die  sachlichen Fehler wie  "400 Meter Höhenunterschied auf 2 Kilometer" [Pos. 1611] (Anm.: das wären 20% Steigung, die es in der beschriebenen Umgebung nicht gibt) und "eigentlich" ist ja auch der Titel falsch, weil das Paar in Barcelona die Fähre bestieg (hört sich halt besser an, wenn man Formentera als Ziel angibt) und
  8. das Titelfoto, das nun auch nicht "der Renner" ist.
Fazit: ein Reisebericht in Buchform sollte deutlich mehr sein als eine Abschrift eines sauber und chronologisch geführten Tagebuches. Andere machen es vor. Beispielhaft wird auf die hier ebenfalls rezensierten Werke von Elena Errat und Peter Materne "Rad-Abenteuer Welt"  oder - aus dem Bereich Wandern -  auf  "Auszeit in Wanderstiefeln" von Meike Moshammer verwiesen. Gleichwohl Respekt für die sportliche Leistung von Ute und Dirk Prüter bei aller o.a. Kritik an dessen schriftstellerischen Fähigkeiten!

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich zu lesen

es gibt - für an Radfernreisen Interessierte - 

viel, viel Besseres

Zeitverschwendung für alle Anderen



zeigefinger.jpg
zeigefinger.jpg

cover_schritt_fuer_schritt.jpg

Katharina Lankers

Schritt für Schritt zur eigenen Mitte - Mein Jakobsweg

Erscheinungsdatum: 2.5.2020  Rezensionsdatum: 27.3.2021 

Format: Kindle; ASIN : B086ZQD6SZ ; Seitenzahl der Printversion: 262


Animiert durch das hier ebenfalls rezensierte Buch von Meike MoshammerAuszeit in Wanderstiefeln - 650 km von der Haustür bis zu den Alpen“ las ich Katharina Lankers Buch „Schritt für Schritt zur eigenen Mitte“ über eine noch längere (800 km), ungleich schwierigere, dafür umso bekanntere Wanderstrecke. Primär getrieben von einer sie nicht glücklich machenden Beziehungen begab Katharina Lankers sich auf den langen Weg von St. Jean de Pied de Port in den französischen Pyrenäen nach Santiago de Compostela, d.h. sie wanderte den berühmten Jakobsweg, den Camino Francés (sehen Sie dazu auch „Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg“).
Katharinas Suche nach ihrer „inneren Mitte“, nach Ausgeglichenheit, ihre Zerrissenheit zwischen einerseits „allein sein wollen, um ihren Gedanken nachzuhängen“ und andererseits „Gesellschaft haben wollen, um ihre Gedanken reflektiert zu bekommen“ (und das alles vor dem Hintergrund ihrer Zweifel über ihre Beziehung) sind DIE beherrschenden Themen des Buches, die viel Anderes überlagern. Dicht gefolgt werden diese Gedankengänge von ihrer penetranten Abneigung gegen Smartphones und WiFi, die sich gleichfalls wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Für meinen Geschmack sind diese beiden Themen in dem Buch zu dominant; sie sind einfach „too much“. Wenn man zu dem Buch greift, sollte man daher folgendes wissen: Den einigermaßen ausgeglichenen und in sich ruhenden Leser rührt die Autorin entweder zum Mitleid oder aber sie nervt ihn so, dass er dann doch nicht mehr in sich ruht. In einer Herberge findet sie, die promovierte Mathematikerin, ein Exemplar der Zeitschrift „Psychologie heute“ und der Leser wünscht ihr, sie möge einen für sie relevanten, hilfreichen Artikel darin finden, um zu ihrer so oft zitierten inneren Mitte zu finden.
Die Kritik an der von der Autorin gewählten Themengewichtung und an der allzu oft allzu blumigen Sprache soll jedoch nicht über der Anerkennung stehen, die man ihr für ihre Leistung zollen sollte. Auch weil sie gerade nicht - wie z.B. o.a. Hape Kerkeling - die Pilgerunterkünfte mit bis zu 80 Personen in einem Raum, mit extrem Schnarchenden direkt im Bett neben ihr, auf Kopfkissen, deren Bezüge weiß Gott wie lang nicht gewaschen wurden, gemieden hat. Nein, sie hat das durchgehalten, ggf. gar auf dem Fliesenboden in der Küche geschlafen, um sich den Gerüchen, dem Lärm, dem Geschwätz zu entziehen.
Lobend zu erwähnen sind auch die Grafiken vor jedem Kapitel, die dem Leser Orientierung geben, wo sich die Autorin gerade befindet, und sehr positiv finde ich auch die Abrundung am Schluss des Buches mit vielen wertvollen Hinweisen, Daten und praktischen Tipps incl. Packliste. Für Alle, die auch den Jakobsweg gehen wollen, ist dieses Buch wegen der zahlreichen Sachinformationen ein absolutes Muss.

 Meine Bewertung:

Für am Fernwanderweg "Jakobsweg" Interessierte ein Muss

sehr lesenswert für Alle mit Ambitionen für einen Fernwanderweg

lohnt sich zu lesen

es gibt Besseres

Zeitverschwendung